Die brandenburgische Wissenschaftsministerin Martina Münch hat heute bei der Eröffnung der internationalen meteorologischen Konferenz ‘GCOS Reference Upper-Air Network‘ am Alfred-Wegener-Institut in Potsdam auf die Bedeutung des Klimawandels hingewiesen und das Institut als herausragende Forschungseinrichtung gewürdigt. „Brandenburg belegt einen Spitzenplatz in der Klima- und Energieforschung. Dazu trägt das Alfred-Wegener-Institut in Potsdam mit seiner herausragenden Forschungsexpertise in den Klima- und Geowissenschaften maßgeblich bei – ebenso wie die anderen Institute auf dem Telegrafenberg. Das Alfred-Wegener-Institut befasst sich ganz zentral mit dem Zusammenspiel von Klima und Umweltveränderungen, die sich in den arktischen Gebieten der Erde zeigen. Entscheidend für verlässliche und belastbare Untersuchungen in diesem Bereich sind modellierende Analysen in internationalen Großprojekten. Deshalb sind auch internationale Konferenzen so wichtig, in denen länderübergreifend Fragestellungen der Meteorologie und des Klimas diskutiert werden – der Klimawandel ist eine globale Herausforderung.“

Auf der heutigen Konferenz treffen sich die Vertreterinnen und Vertreter des von der Weltorganisation für Meteorologie konzipierten Netzwerkes für langzeitliche Klima-Referenzmessungen in der Atmosphäre. Aktuell gehören 26 Stationen diesem Netzwerk an, wobei dem Meteorologischen Observatorium des DWD im brandenburgischen Lindenberg (Landkreis Oder-Spree) eine führende Rolle zukommt. An dem Brandenburger Observatorium ist das GRUAN Lead Centre angesiedelt, das für die Betreuung und Entwicklung des gesamten Netzwerkes zuständig ist. Die vom AWI Potsdam betreute Forschungsstation auf Spitzbergen ist mit ihrem Radiosonden-Programm ebenfalls als GRUAN-Station zertifiziert. Bei der jährlich stattfindenden Konferenz nehmen nicht nur die Repräsentanten der verschiedenen Stationen und Meteorologischen Dienste teil, sondern auch hochrangige Vertreter vom Global Climate Observing System und der WMO. Es werden etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter anderem aus China, Frankreich, Japan, Korea, den Niederlanden, Neuseeland, Russland, dem Senegal, Spanien, den USA, der Schweiz und Großbritannien, erwartet.

Das Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) forscht seit 1980 als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren in den Bereichen Geo-, Bio- und Klimawissenschaften. Die Forschungsstelle Potsdam des AWI hat 1992 ihre Arbeit aufgenommen. Die mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreiben schwerpunktmäßig Atmosphären- und Klimaforschung in den polaren Landregionen, insbesondere in der Arktis. Die Forschungsstelle Potsdam arbeitet eng mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen und kooperiert unter anderem mit der Universität Potsdam, der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist Teil des Wissenschaftsparks ‘Albert Einstein‘ auf dem Telegrafenberg in Potsdam. Neben dem Alfred-Wegener-Institut befinden sich dort auch das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum. Das Land fördert das AWI im Rahmen der gemeinsamen Bund-Länder-Finanzierung in diesem Jahr mit rund 1,2 Millionen Euro.