Fachhochschulen in Deutschland: Entwicklungen, Trends und Perspektiven

Gegründet in den 1960er Jahren, war es vorrangiges Ziel der Fachhochschulen, eine wachsende Zahl an Studierenden auf wissenschaftlicher Basis anwendungs- und praxisorientiert auszubilden. Ihr Funktions- und Aufgabenspektrum hat sich seitdem jedoch erheblich erweitert und so gehören u.a. auch anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung zu ihren Aufgaben. Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Prof. Dr. Manfred Prenzel, zeichnet diese Entwicklung nach, beschreibt den Punkt an denen Fachhochschulen heute stehen und wirft gleichzeitig auf Basis der bisherigen Empfehlungen des Wissenschaftsrates einen Blick in die Zukunft.

Angewandte Lehre und Forschung – Erfolgsfaktoren Fachhochschulen

Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) haben den in den vergangenen 15 Jahren einen intensiven Veränderungsprozess erlebt. Aus Sicht von Prof. Dr. Micha Teuscher – Rektor der Hochschule Neubrandenburg, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz und Sprecher der Mitgliedergruppe der Fachhochschulen in der HRK – hat dabei eine an den spezifische Stärken und strategischen Chancen der HAW´s ausgerichtete Profilierung stattgefunden. In seinem Beitrag beschreibt er, warum diese für ihn über die bisher tradierte Dichotomie der Funktionszuschreibungen von Universitäten und Fachhochschulen hinausführt.

Fachhochschulen als regionale Innovationsmotoren – ein potentieller Exportschlager

Das internationale Interesse am deutschen Modell der Fachhochschulen ist während der letzten Jahre erheblich gewachsen. Vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass wirtschaftliche Entwicklung in hohem Maße von Transferleistungen abhängt. Prof. Dr. Bernd Reissert – Präsident der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin und Vorsitzender der Hochschulallianz UAS 7, der sieben der größten deutschen Fachhochschulen angehören – beschreibt Ursachen und Gründe dafür. Er benennt Beispiele u.a. aus China, Brasilien aber auch den USA, die diese Entwicklung anschaulich beschreiben.

Fortschritt im sozialdemokratischen Sinne

In einem Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wissenschaftskonferenz der SPD-Bundestagsfraktion am 08.06.2015 beschrieb SPD-Generalssekretärin Yasmin Fahimi eindrücklich das sozialdemokratische Verständnis von Wissenschaft und Forschung. Selbst Chemikerin, machte sie dabei deutlich, dass soziale wie ökonomische Entwicklungen in besonderer Weise von Fortschritt und Innovationen abhängig sind

Eine Menge erreicht, noch viel zu tun

Der Sprecher der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Ernst Dieter Rossmann MdB, beschreibt Chancen und Herausforderungen bei der anstehenden Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems. Er macht deutlich, dass die SPD ihre Forderungen aus Oppositionszeiten nun zielstrebig auch in der Großen Koalition angeht. Im Fokus stehen für ihn eine Personaloffensive für den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Fortsetzung der Exzellenzinitiative, um auch der neuen internationalen wissenschaftlichen Dynamik zu begegnen.

Unsere Aufgabe: Weiter denken, als bis zum nächsten Wissenschaftspakt!

Die Wissenschaftspakte haben im Wissenschaftssystem viel in Bewegung gebracht. Mit dem Pakt für den wissenschaftlichen Nachwuchs korrigiert die SPD eine Fehlentwicklung der vergangenen Jahre und schiebt prekärer Beschäftigung endlich einen Riegel vor. Dies reicht jedoch noch lange nicht aus, findet Annika Klose, Bundesvorstandsmitglied der Juso-Hochschulgruppen. Es muss darum gehen, kurzfristige Verbesserungen zu schaffen, aber vor allem langfristig mutige Antworten auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Wissenschaftssystem zu finden.

Fachhochschulen – eine Bildungsinnovation im Umbruch

Fachhochschulen verstehen sich heute immer mehr als Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Sie verknüpfen eine hochwertige praxisorientierte Lehre mit Forschungspotentialen, die wertvoll insbesondere für Partner aus der mittelständischen Wirtschaft sind. Die Präsidentin der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim Holzminden Göttingen, Prof. Dr. Christiane Dienel, zeigt in ihrem Beitrag Diskussionslinien auf, wie die zukünftige Entwicklung der Fachhochschulen verlaufen sollte.

25 Jahre Wissenschaftsforum – Ein Blick zurück nach vorne

Fortschritt im sozialdemokratischen Sinne verbindet wirtschaftliche Dynamik, soziale Gerechtigkeit und ökologische Vernunft miteinander. Ein solcher Fortschritt ist ohne wissenschaftlichen und technischen Fortschritt nicht denkbar. In diesem Bewusstsein wurde vor nunmehr 25 Jahren das Wissenschaftsforum der Sozialdemokratie gegründet. Seit dem dient es als Plattform der SPD für die Debatten um die richtigen Grundlinien in der Wissenschaftspolitik. Am 22. Januar 2015 wurde dieses Jubiläum mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft im Willy-Brandt-Haus in Berlin gefeiert.

Gute Politik für den Wissenschaftlichen Nachwuchs

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, war eingeladen im Herbst 2014 in einer Sitzung des Wissenschaftsforums Thesen für eine gute Politik für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu formulieren. Dabei machte er deutlich, dass die Perspektiven für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein wichtiger Indikator für unsere Innovations- und Zukunftsfähigkeit sind. Vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen beschrieb er politische Konsequenzen und schlug einen Bund-Länder-Pakt für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Rückblick auf 25 Jahre Wissenschaftsforum

Nicht nur als Bundesministerin für Bildung und Forschung, sondern von 1995-2011 auch als Vorsitzende des Wissenschaftsforums prägt Edelgard Bulmahn das deutsche Wissenschaftssystem über viele Jahre. In ihrem Beitrag zeichnet sie ausführlich die Meilensteine des Wissenschaftsforums wie auch der sozialdemokratischen Wissenschaftspolitik seit 1990 nach. Sie beschreibt dabei nicht nur die kritisch-konstruktive Unterstützung der Reformpolitik der rot-grünen Regierungsjahre, sondern geht auch auf die intensive Auseinandersetzung des Forums mit der Transformation und Neukonstituierung des ostdeutschen Wissenschaftssystems ein.