Fortschritt im sozialdemokratischen Sinne

In einem Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wissenschaftskonferenz der SPD-Bundestagsfraktion am 08.06.2015 beschrieb SPD-Generalssekretärin Yasmin Fahimi eindrücklich das sozialdemokratische Verständnis von Wissenschaft und Forschung. Selbst Chemikerin, machte sie dabei deutlich, dass soziale wie ökonomische Entwicklungen in besonderer Weise von Fortschritt und Innovationen abhängig sind

Eine Menge erreicht, noch viel zu tun

Der Sprecher der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Ernst Dieter Rossmann MdB, beschreibt Chancen und Herausforderungen bei der anstehenden Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems. Er macht deutlich, dass die SPD ihre Forderungen aus Oppositionszeiten nun zielstrebig auch in der Großen Koalition angeht. Im Fokus stehen für ihn eine Personaloffensive für den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Fortsetzung der Exzellenzinitiative, um auch der neuen internationalen wissenschaftlichen Dynamik zu begegnen.

Unsere Aufgabe: Weiter denken, als bis zum nächsten Wissenschaftspakt!

Die Wissenschaftspakte haben im Wissenschaftssystem viel in Bewegung gebracht. Mit dem Pakt für den wissenschaftlichen Nachwuchs korrigiert die SPD eine Fehlentwicklung der vergangenen Jahre und schiebt prekärer Beschäftigung endlich einen Riegel vor. Dies reicht jedoch noch lange nicht aus, findet Annika Klose, Bundesvorstandsmitglied der Juso-Hochschulgruppen. Es muss darum gehen, kurzfristige Verbesserungen zu schaffen, aber vor allem langfristig mutige Antworten auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Wissenschaftssystem zu finden.

Fachhochschulen – eine Bildungsinnovation im Umbruch

Fachhochschulen verstehen sich heute immer mehr als Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Sie verknüpfen eine hochwertige praxisorientierte Lehre mit Forschungspotentialen, die wertvoll insbesondere für Partner aus der mittelständischen Wirtschaft sind. Die Präsidentin der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim Holzminden Göttingen, Prof. Dr. Christiane Dienel, zeigt in ihrem Beitrag Diskussionslinien auf, wie die zukünftige Entwicklung der Fachhochschulen verlaufen sollte.

25 Jahre Wissenschaftsforum – Ein Blick zurück nach vorne

Fortschritt im sozialdemokratischen Sinne verbindet wirtschaftliche Dynamik, soziale Gerechtigkeit und ökologische Vernunft miteinander. Ein solcher Fortschritt ist ohne wissenschaftlichen und technischen Fortschritt nicht denkbar. In diesem Bewusstsein wurde vor nunmehr 25 Jahren das Wissenschaftsforum der Sozialdemokratie gegründet. Seit dem dient es als Plattform der SPD für die Debatten um die richtigen Grundlinien in der Wissenschaftspolitik. Am 22. Januar 2015 wurde dieses Jubiläum mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft im Willy-Brandt-Haus in Berlin gefeiert.

Gute Politik für den Wissenschaftlichen Nachwuchs

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, war eingeladen im Herbst 2014 in einer Sitzung des Wissenschaftsforums Thesen für eine gute Politik für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu formulieren. Dabei machte er deutlich, dass die Perspektiven für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein wichtiger Indikator für unsere Innovations- und Zukunftsfähigkeit sind. Vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen beschrieb er politische Konsequenzen und schlug einen Bund-Länder-Pakt für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Rückblick auf 25 Jahre Wissenschaftsforum

Nicht nur als Bundesministerin für Bildung und Forschung, sondern von 1995-2011 auch als Vorsitzende des Wissenschaftsforums prägt Edelgard Bulmahn das deutsche Wissenschaftssystem über viele Jahre. In ihrem Beitrag zeichnet sie ausführlich die Meilensteine des Wissenschaftsforums wie auch der sozialdemokratischen Wissenschaftspolitik seit 1990 nach. Sie beschreibt dabei nicht nur die kritisch-konstruktive Unterstützung der Reformpolitik der rot-grünen Regierungsjahre, sondern geht auch auf die intensive Auseinandersetzung des Forums mit der Transformation und Neukonstituierung des ostdeutschen Wissenschaftssystems ein.

Wissenschaftsforum Baden-Württemberg wiedergegründet

Eine besondere Stärke des Wissenschaftsforums ist, dass es nicht nur bundesweit sondern auch auf regionaler Ebene organisiert ist. Jüngstes Mitglied im Kreis der regionalen Foren ist das Wissenschaftsforum Sozialdemokratie in Baden-Württemberg e.V.. Dr. Marc Dressler, im Dezember 2014 neu gewählter Vorsitzender, gibt einen Einblick in die Ziele und Formate des neuen Forums. Die virtuelle Organisationsform vermittelt einen Eindruck davon, wie sich das Wissenschaftsforum in Zukunft weiterentwickeln kann.

Neue Wege zur Professur. Initiativen zur Verbesserung der Perspektiven des wissenschaftlichen Nachwuchses

Vor allem die Frage, wie der akademische Weg der zahlreichen, hoffnungsvollen Nachwuchswissenschaftler nach Abschluss ihrer Qualifikationsphase weitergehen soll, muss uns derzeit besonders beschäftigen. Prof. Dr. Thomas Deufel, Wissenschaftsstaatssekretär in Thüringen, beschreibt mit Blick auf die aktuellen Empfehlungen des Wissenschaftsrates den Weg der hier in sozialdemokratischer Verantwortung in Thüringen eingeschlagen wurde.

Missbrauch von Befristungen in der Wissenschaft eindämmen

Wenn 83% der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befristet beschäftigt sind, dann ist das ein Missstand, dem endlich ein Riegel vorgeschoben werden muss. Simone Raatz (MdB), zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion, beschreibt ihre konkreten Forderungen für eine Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. Sie macht aber auch deutlich, dass dieses Gesetz nur ein kleiner Baustein für eine Verbesserung der Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses ist.