Open Access in Berlin: Ein Drittel der wissenschaftlichen Publikationen sind frei zugänglich

Als erstes Bundesland hat Berlin einen umfassenden Bericht zu Open-Access-Veröffentlichungen seiner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorgelegt. Der für das Jahr 2016 erstellten Analyse zufolge sind 31 Prozent der wissenschaftlichen Artikel aus Berlin in Fachzeitschriften im Internet frei zugänglich. Untersucht wurden dabei im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft „Open-Access-Strategie Berlin“ die neun publikationsstärksten Berliner Hochschulen: die Freie Universität, die Humboldt-Universität, die Technische Universität, die Universität der Künste, die Charité-Universitätsmedizin, die Alice Salomon Hochschule, die Beuth Hochschule, die Hochschule für Wirtschaft und Recht sowie die Hochschule für Technik und Wirtschaft. Der Bericht ist Bestandteil der 2015 vom Berliner Senat verabschiedeten Open-Access-Strategie, die das Ziel verfolgt, den Anteil von Open-Access-Publikationen aus den öffentlichen Wissenschaftseinrichtungen Berlins bis 2020 auf 60 Prozent zu steigern.

Dazu Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung: „Berlin ist in Deutschland ein Vorreiter bei Open-Access-Publikationen. Wir wollen die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit in unserer Stadt leicht zugänglich und besser sichtbar machen und dadurch den Wissenschaftsstandort nachhaltig stärken. Vom freien Zugang zu Forschungserkenntnissen profitieren natürlich auch die Menschen in unserer Stadt, genauso wie die vielen innovativen Unternehmen und Start-ups. Deshalb fördern wir die Open-Access-Aktivitäten der Hochschulen auch erstmals explizit in den neu abgeschlossenen Hochschulverträgen.“

Im Rahmen der Berliner Open-Access-Strategie wurde im September 2016 ein bundesweit einmaliges Open-Access-Büro eingerichtet, das vom Land Berlin finanziert wird und die Wissenschaftseinrichtungen bei ihren Aktivitäten vernetzt und unterstützt. Immer mehr Berliner Hochschulen verankern die Förderung von Open-Access als Ziel in ihren institutionellen Strategien und richten interne Unterstützungsmechanismen ein. Dazu gehören beispielsweise spezielle Fonds sowie eigens eingesetzte Open-Access-Beauftragte. In den Hochschulverträgen für die Jahre 2018 bis 2022 stellt das Land Berlin den elf staatlichen Hochschulen und der Charité-Universitätsmedizin zusätzliche Mittel zur Förderung ihrer Open-Access-Aktivitäten zur Verfügung. Damit können die Hochschulen technische Voraussetzungen und Beratungsangebote auf- und ausbauen, um Forschende optimal für das Publizieren in Open-Access-Formaten zu unterstützen.

Der vorliegende Bericht bietet eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung und Umsetzung der Open-Access-Strategie. Hierfür mussten das gesamte Publikationsaufkommen wissenschaftlicher Zeitschriftenartikel sowie der entsprechende Open-Access-Anteil bestimmt werden. Beide Größen waren bislang schwierig zu erheben, sodass die aus 16 Literatur- und Zitationsdatenbanken ermittelten Zahlen für das Publikationsjahr 2016 in diesem Umfang ein Novum darstellen; Berlin kann damit nun als erstes Bundesland umfassende Details für den landesweiten Open-Access-Anteil vorlegen. Der Gesamtanteil an Open-Access-Zeitschriftenartikeln mit Berliner Autorschaft im Publikationsjahr 2016 wird dabei zusätzlich untergliedert in den Anteil von Artikeln in genuinen Open-Access-Zeitschriften („Open Access Gold“) und in sogenannten Hybridzeitschriften sowie den Anteil von Open-Access-Zweitveröffentlichungen („Open Access Grün“). Ein erster, 2016 erstellter Bericht zu Berliner Open-Access-Publikationen für den Zeitraum 2013-2015 hatte nur den Anteil der Open-Access-Varianten „Gold“ sowie „Hybrid“ untersucht.

Der vollständige Bericht ist online frei erhältlich:

Open-Access-Anteil bei Zeitschriftenartikeln von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Einrichtungen des Landes Berlin: Datenauswertung für das Jahr 2016

Weitere Informationen zur Berliner Open-Access-Strategie sowie zum Open-Access-Büro.

Hochschulpakt für gute Lehre nutzen

Oliver Kaczmarek, bildungs- und forschungspolitischer Sprecher und Wiebke Esdar, zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion:

Die SPD Bundestagsfraktion gratuliert Peter-André Alt zu seiner Wahl als Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und dankt dem scheidenden Präsidenten Horst Hippler für seine Arbeit. Die Forderung der HRK Hochschulpaktmittel zu sichern, werden wir in dieser Legislatur umsetzen und darauf achten, dass sie zu einer Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen beitragen.

„Die Hochschulen in Deutschland brauchen finanzielle Planungssicherheit, um für optimale Bedingungen in Forschung und Lehre sorgen zu können. Dafür sind die Gelder aus dem Hochschulpakt unverzichtbar. Die SPD-Bundestagsfraktion wird sich bei der Verstetigung der Mittel aus dem Hochschulpakt dafür einsetzen, dass das zusätzliche Geld für eine qualitativ hochwertige Lehre ausgegeben wird. Angesichts gleichbleibend hoher Studierendenzahlen wird dies eine der zentralen Aufgaben sein. Im engen Austausch mit den Ländern und Hochschulen wollen wir konkrete Förderkriterien vereinbaren. Unser Ziel ist es, diese dann alle sieben Jahre zielgerichtet und periodisch zu überprüfen.

Die Hochschulrektorenkonferenz hat deutlich gemacht, dass sie eine Vergabe der Hochschulpaktmittel im Wettbewerb ablehnt. Für die SPD-Bundestagsfraktion steht fest: Es wird mit uns keine hoch-kompetitive Vergabe der Mittel geben. Allerdings wollen wir darauf achten, dass die zukünftigen Mittel zu einer stetig verbesserten Lehrsituation beitragen, auch um die Berufschancen der Studierenden zu erhöhen. Dazu gehört auch, dass Studierende bei hoher Lehrqualität zum Abschluss geführt werden.“

Hochschulen als innovative Zentren – Expertenkommission zur Hochschulentwicklung in Rheinland-Pfalz

Die im letzten Jahr in Rheinland-Pfalz eingesetzte Expertenkommission legte heute im Rahmen einer offiziellen Übergabe ihren Empfehlungsbericht der Landesregierung vor. Die 15-köpfige Kommission unter dem Vorsitz des Siegener Rektors und Vizepräsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Holger Burckhart, untersuchte Potenziale und Chancen des Hochschul- und Wissenschaftsstandorts und formulierte auf dieser Basis Empfehlungen zur Weiterentwicklung der rheinland-pfälzischen Hochschullandschaft.

„Wir haben in Rheinland-Pfalz sehr leistungsfähige Hochschulen, die sich durch vielfältige Angebote und Profile auszeichnen und Impulsgeber in ihren jeweiligen Regionen sind. Insgesamt sind unsere Hochschulen auf einem guten Weg in die Zukunft. Sie leisten hervorragende Arbeit in der Forschung, Studium und Lehre und sind in einigen Bereichen deutschlandweit führend. So sind bspw. die Qualitätssicherung in der Lehre wie auch die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung hierzulande sehr ausgeprägt; das sichert Chancengleichheit und den Fachkräftenachwuchs. Auf diese Besonderheiten und Stärken der rheinland-pfälzischen Hochschullandschaft weist auch die Expertenkommission in ihrem Bericht hin. Viele der bereits eingeschlagenen Wege werden als erfolgreiche Modelle erachtet, die wir weiter verfolgen sollen“, betonte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. „Wir werden aber auch im Dialog mit den Hochschulen die Bereiche ermitteln, wo wir unsere Potenziale noch besser nutzen können. Besonders aus der starken regionalen Verankerung schöpfen unsere Hochschulen die Kraft für eine international sichtbare Ausrichtung“, so Wolf weiter.

Der Bericht beinhaltet auf 58 Seiten umfangreiche Empfehlungen der Expertinnen und Experten zu Entwicklungsperspektiven, die nun seitens des Ministeriums sowie in den Hochschulen selbst genauer analysiert und beraten werden. Im Zentrum stehen u.a. die regionale Verankerung der Hochschulen, die Attraktivität von Forschung und Lehre – auch im Hinblick auf Exzellenz- und Spitzenforschung, die strategische Steuerung der Hochschulen über Ziel- und Leistungsvereinbarungen, die Förderung kooperativer Promotionen sowie die hochschulübergreifende Digitalisierung.

„Wir werden zukunftsträchtige Spitzenforschung fördern. Mit neuen strategischen Konzepten werden wir die Forschung an Hochschulen national wie international wettbewerbsfähiger machen. Die Forschungsinitiative des Landes wird mit 20 Millionen Euro pro Jahr fortgeführt. Mit dieser Strategie wollen wir eine Steigerung der Drittmitteleinnahmen der Hochschulen von derzeit 235 Millionen Euro auf ein Volumen von rund 300 Millionen Euro erreichen“, stellte Wolf erste Ziele nach Überreichen des Berichtes vor. „Ich will zudem die anwendungsorientierte Forschung der Fachhochschulen in das Promotionsgeschehen einbeziehen und kooperative Promotionen fördern. Noch 2018 werden wir ein Programm ins Leben rufen, das Promotionen, die gemeinsam von Fachhochschulen und Universitäten getragen werden, fördert. In der ersten Förderrunde 2018 werden damit 20 kooperativ Promovierende finanziert. Um die Attraktivität der dualen Studiengänge weiter zu steigern, will ich die Hochschulen dazu gewinnen, neben dualen Bachelorangeboten auch duale Masterangebote anzubieten. Insgesamt werde ich die Hochschulen dabei unterstützen, das Angebot der dualen Studienangebote in den kommenden fünf Jahren von 66 auf ca. 100 Studiengänge zu steigern.“

Zeitnah werde es Gespräche mit den Hochschulpräsidenten geben, mit dem Ziel den Empfehlungsbericht in all seinen Dimensionen zu bewerten und notwendige Schlussfolgerungen zu ziehen, beschrieb der Wissenschaftsminister das weitere Verfahren. Geplant sei eine Rahmenvereinbarung zu den Eckpunkten der künftigen Hochschulentwicklung.

Abschließend stellte der Wissenschaftsminister fest: „Unsere Hochschulen sind innovative Zentren in Rheinland-Pfalz. Dies wollen wir ausbauen. Dafür haben wir hier ein herausragendes Werk, von dem wir noch lange profitieren können. Der Blick von außen, von unabhängigen, national wie international anerkannten Expertinnen und Experten, ist ein großer Gewinn. Mein ganzer Dank gilt allen, die an diesem Bericht mitgewirkt haben und natürlich ganz besonders dem Vorsitzenden, Herrn Prof. Dr. Burckhart.“

Brandenburg belegt Spitzenplatz in Klima- und Energieforschung

Die brandenburgische Wissenschaftsministerin Martina Münch hat heute bei der Eröffnung der internationalen meteorologischen Konferenz ‘GCOS Reference Upper-Air Network‘ am Alfred-Wegener-Institut in Potsdam auf die Bedeutung des Klimawandels hingewiesen und das Institut als herausragende Forschungseinrichtung gewürdigt. „Brandenburg belegt einen Spitzenplatz in der Klima- und Energieforschung. Dazu trägt das Alfred-Wegener-Institut in Potsdam mit seiner herausragenden Forschungsexpertise in den Klima- und Geowissenschaften maßgeblich bei – ebenso wie die anderen Institute auf dem Telegrafenberg. Das Alfred-Wegener-Institut befasst sich ganz zentral mit dem Zusammenspiel von Klima und Umweltveränderungen, die sich in den arktischen Gebieten der Erde zeigen. Entscheidend für verlässliche und belastbare Untersuchungen in diesem Bereich sind modellierende Analysen in internationalen Großprojekten. Deshalb sind auch internationale Konferenzen so wichtig, in denen länderübergreifend Fragestellungen der Meteorologie und des Klimas diskutiert werden – der Klimawandel ist eine globale Herausforderung.“

Auf der heutigen Konferenz treffen sich die Vertreterinnen und Vertreter des von der Weltorganisation für Meteorologie konzipierten Netzwerkes für langzeitliche Klima-Referenzmessungen in der Atmosphäre. Aktuell gehören 26 Stationen diesem Netzwerk an, wobei dem Meteorologischen Observatorium des DWD im brandenburgischen Lindenberg (Landkreis Oder-Spree) eine führende Rolle zukommt. An dem Brandenburger Observatorium ist das GRUAN Lead Centre angesiedelt, das für die Betreuung und Entwicklung des gesamten Netzwerkes zuständig ist. Die vom AWI Potsdam betreute Forschungsstation auf Spitzbergen ist mit ihrem Radiosonden-Programm ebenfalls als GRUAN-Station zertifiziert. Bei der jährlich stattfindenden Konferenz nehmen nicht nur die Repräsentanten der verschiedenen Stationen und Meteorologischen Dienste teil, sondern auch hochrangige Vertreter vom Global Climate Observing System und der WMO. Es werden etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter anderem aus China, Frankreich, Japan, Korea, den Niederlanden, Neuseeland, Russland, dem Senegal, Spanien, den USA, der Schweiz und Großbritannien, erwartet.

Das Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) forscht seit 1980 als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren in den Bereichen Geo-, Bio- und Klimawissenschaften. Die Forschungsstelle Potsdam des AWI hat 1992 ihre Arbeit aufgenommen. Die mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreiben schwerpunktmäßig Atmosphären- und Klimaforschung in den polaren Landregionen, insbesondere in der Arktis. Die Forschungsstelle Potsdam arbeitet eng mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen und kooperiert unter anderem mit der Universität Potsdam, der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist Teil des Wissenschaftsparks ‘Albert Einstein‘ auf dem Telegrafenberg in Potsdam. Neben dem Alfred-Wegener-Institut befinden sich dort auch das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum. Das Land fördert das AWI im Rahmen der gemeinsamen Bund-Länder-Finanzierung in diesem Jahr mit rund 1,2 Millionen Euro.

„Erfolgreicher als der Eindruck, den sie gelegentlich macht“

Die SPD Sachsen-Anhalt hat heute in Magdeburg, auf den Tag genau zwei Jahre nach der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages von CDU, SPD und Grünen, eine Zwischenbilanz der einzigen „Kenia-Koalition“ in Deutschland gezogen. So fällt unter anderem das Fazit von Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, durchaus positiv aus:

„Wir mussten verlorenes Vertrauen in Verlässlichkeit der Politik zurückgewinnen. Dies galt insbesondere im Hochschulbereich, dessen Entwicklung in den letzten Jahren durch überzogene Spar- und Strukturdiskussionen belastet war. Hier hat die SPD im Koalitionsvertrag wichtige Marksteine gesetzt, unter anderem mit der Erhöhung der Grundfinanzierung unserer sieben staatlichen Hochschulen um 15 Millionen Euro. Das verschafft den Hochschulen neue Spielräume. Mindestens 50 Prozent der Erhöhung müssen für Personalmaßnahmen wie Entfristungen und neue Stellen verwendet werden.“ Ein weiterer Meilenstein für Wirtschaft und Wissenschaft, so Willingmann, werde das neue Hochschulgesetz.

March for Science – Ein Zeichen für die Freiheit der Wissenschaft

René Röspel und Manja Schüle, stellvertretende forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion:

Weltweit werden am 14. April 2018 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem March for Science für die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre demonstrieren. Sie protestieren damit gegen jede Einschränkung der für ihre Arbeit unerlässlichen Unabhängigkeit und gleichsam für eine demokratische und informierte Gesellschaft.

„Aufgabe und Antrieb von Forscherinnen und Forschern ist es, Antworten und Lösungen auf Fragen und Problemstellungen zu finden. Dazu benötigen sie die Freiheit, kritisch zu denken und zu hinterfragen. Diese Forschungsfreiheit ist ein Grundrecht und in Deutschland durch Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt.

Doch diese Freiheit ist in Gefahr. Durch die Verbreitung sogenannter „alternativer Fakten“ versuchen Demokratiefeinde und Populisten falsche und nicht belegbare Informationen als legitim zu kennzeichnen. Das ist nichts weniger als ein Angriff auf unsere freie Gesellschaft und eine Diskreditierung von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Wir brauchen das Vertrauen und die Gewissheit, dass Forschungsergebnisse nach bestem Wissen und mit höchsten Qualitätsstandards zustande kommen und zum Nutzen der Allgemeinheit publiziert werden.

Mit dem March for Science wurde 2017 weltweit in über 600 Städten für die Freiheit und Unabhängigkeit von Wissenschaft demonstriert. Am Samstag werden sich bei der diesjährigen Neuauflage wieder zahlreiche deutsche Städte beteiligen. Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt das Engagement nachdrücklich und unterstützt alle Personen und Organisationen, die sich der Demonstration anschließen. Den Organisatorinnen und Organisatoren gebührt Dank und Respekt für ihren internationalen Einsatz für Freiheit und Demokratie in der Wissenschaft.“

Gesundheitsforschung: Mecklenburg-Vorpommern fördert fünf weitere Verbünde

Eine Fachjury hat weitere Forschungsverbünde ausgewählt, die eine Förderung aus dem Exzellenzforschungsprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Nach dem 2. Wettbewerbsaufruf zum Thema „Gesundheitsforschung“ waren 21 Projektskizzen eingegangen, fünf haben sich durchgesetzt. Wissenschaftsministerin Birgit Hesse betonte die Signalwirkung des Förderprogramms: „Sich in diesem Wettbewerb durchzusetzen, ist für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Bestätigung und Ansporn zugleich. Mit dem Programm wollen wir zeigen, dass Spitzenforschung in Mecklenburg-Vorpommern ein Zuhause hat und unser Land ein attraktiver Standort ist, um wissenschaftlich zu arbeiten. Ich freue mich besonders darüber, dass sich die Hochschulen untereinander und die außeruniversitären Forschungsinstitute zusammengeschlossen haben und gemeinsam forschen wollen.“

Die Förderung von Projekten zur Gesundheitsforschung geht auf eine Initiative des Kuratoriums für Gesundheitswirtschaft zurück. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Wissenschaftsministerin Birgit Hesse und der Präsident des Kuratoriums, Prof. Wolfgang Schareck, hatten den Wettbewerb im vergangenen Jahr gestartet. Insgesamt stehen Fördermittel in Höhe von 10 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung erfolgt aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in der laufenden Förderperiode 2014 bis 2020.

Bildungs- und Wissenschaftsschranke tritt in Kraft

Manja Schüle, stellvertretende Sprecherin der AG Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion:

Heute tritt das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz in Kraft. Damit wird die Bildungs- und Wissenschaftsschranke eingeführt. Die SPD-Bundestagsfraktion hat in der letzten Legislaturperiode hart dafür gekämpft. Wir setzen uns für eine Entfristung nach Evaluierung des Gesetzes ein.

„Es ist ein guter Tag für die Wissenschaft, die Lehre und die Forschung: Mit dem heutigen Inkrafttreten des Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetzes erfolgt eine von der SPD-Bundestagsfraktion hart erkämpfte wissenschaftsfreundliche Reform des Urheberrechts, die längst überfällig war. Im Interesse von Unterricht und Forschung wird ein erlaubnisfreier Basiszugang zu wissenschaftlichen Werken geschaffen, der pauschal zu vergüten ist. Mit der Einführung dieser so genannten Bildungs- und Wissenschaftsschranke wird das Verhältnis zwischen Urhebern und Verlagen transparent und übersichtlich und vor allem fair.

Auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung war diese Modernisierung notwendig. Die Befristung des Gesetzes bis Ende Februar 2023 wollen wir nutzen, um im Rahmen der geplanten Evaluation einen Dialog zwischen Rechteinhabern und Nutzern zu organisieren. Ziel wäre der Aufbau einer zentralen Online-Lizenzierungsplattform, die sowohl den Interessen der Autoren und Verleger als auch der Nutzer gerecht würde. Die derzeitigen Auseinandersetzungen zwischen Hochschulen und Verlagen sollen auch in dieser Debatte berücksichtigt werden.

Die SPD-Bundestagsfraktion ist der Auffassung, dass mit dem neuen Gesetz ein wichtiger Schritt zu einer modernen Wissensgesellschaft gegangen wird. Wir gehen davon aus, dass sich die Regelungen in der Praxis bewähren werden und setzen uns für eine Verstetigung ein.“

EFI-Vorschläge zügig umsetzen

René Röspel, stellvertretender bildungspolitischer Sprecher und Manja Schüle, stellvertretende bildungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion:

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat heute ihren jährlichen Bericht zur Forschungs- und Innovationspolitik vorgestellt. Die Forderungen der Expertenkommission belegen, dass eine sozialdemokratische Forschungs- und Innovationspolitik zielführend ist.

„Wie schon in den letzten Jahren, bietet das Gutachten der EFI-Kommission interessante Impulse für die deutsche Forschungs- und Innovationspolitik. Gleichzeitig ist es eine Mahnung der Expertinnen und Experten, die Vorschläge konkret umzusetzen.

Die Aufforderung der EFI, die Digitalisierung in Schulen, Berufsschulen und Hochschulen zu fördern, deckt sich mit SPD-Zielen. Eine schnelle Realisierung des Digitalpakts Schule ist hier ein erster Schritt für den Bund. Auch die Nutzung des neuen Artikels 91b GG zur Förderung von Hochschulen vor dem Hintergrund der Digitalisierung ist im Koalitionsvertrag zwischen SPD und Union geplant.

Die Fachhochschulen sind in ihrer Bedeutung – etwa bei der Schließung der Innovationslücke zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Region – nicht zu unterschätzen. Das bestätigt die Expertenkommission EFI. Die Stärkung ihres wissenschaftlichen Personals muss jetzt auch endlich kommen.

Den Ruf nach einer nachhaltigen Innovationspolitik begrüßen wir. Auch die im Gutachten formulierten Hinweise zur Robotik und Künstlichen Intelligenz sind wichtig für die Politik und werden durch unsere Vorhaben im Koalitionsvertrag umgesetzt. Hervorheben wollen wir außerdem den Vorschlag zur Schaffung einer „Agentur für radikale Innovationen“.

Die F&I-Politik hat seit dem Regierungsantritt der SPD 1998 eine maßgebliche Aufwertung erfahren. Sozialdemokratische Projekte wie der Pakt für Forschung und Innovation oder die Exzellenzinitiative sind ein international beachteter Beleg dafür. Diesen Weg werden wir weiter und mit Nachdruck verfolgen.“

Klonerfolg mit bitterem Beigeschmack

René Röspel, stellvertretender forschungspolitischer Sprecher:

In der Fachzeitschrift „Cell“ berichten chinesische Forscher, dass es ihnen erstmals gelungen sei, 22 Jahre nach der Geburt des Klonschafs Dolly mit der gleichen Methode Affen zu klonen. Die zwei Javaneraffen Zhong Zhong und Hua Hua seien lebendig geboren worden und hätten die ersten Wochen überlebt. Die SPD-Bundestagsfraktion sieht Anlass zu Kritik.

„Rein wissenschaftlich betrachtet ist das eine bedeutsame Nachricht und sie wird den Wissenschaftlern einiges an Aufsehen und vielleicht sogar wissenschaftlichen Ruhm bringen. Damit ist wahrscheinlich auch das zentrale Ziel der Handelnden umfänglich beschrieben. Die SPD-Bundestagsfraktion sieht dieses Vorgehen kritisch: Die Nachricht über das gelungene Klonen von Primaten ist eine neue Grenzüberschreitung aus China. Die Herstellung genetisch identischer Affen ist ethisch fragwürdig. Wir halten es für einen unzulässigen und sogar gefährlichen Eingriff in die Entwicklung der Menschheit, der unbegründete Hoffnungen weckt und über Leichen geht.

Darüber hinaus gibt es ein unbekanntes, aber sehr wahrscheinliches Gesundheitsrisiko für das einzelne Individuum, denn es wird „alte“ Körper-DNA verwendet. Den (bisher) geklonten Tieren fehlt die Fähigkeit, über etwaige Schmerzen zu klagen und sie leben ferner in der Regel nicht lange genug, um gesicherte Urteile über Langzeitfolgen des Eingriffs treffen zu können.

Mindestens den Schutzwall zur Anwendung beim Menschen sollten wir höher ziehen und dazu vielleicht (wie bereits Anfang letzten Jahrzehnts) einen Versuch auf internationaler Ebene starten, das reproduktive Klonen weltweit zu ächten. Jubel ist nicht angebracht – eher kritisches Nachdenken und Handeln.“