Das „Forum Gute Arbeit“ unter Vorsitz des Staatssekretärs für Wissenschaft und Forschung, Steffen Krach hat seine Arbeit aufgenommen. Initiiert vom Berliner Senat und den Hochschulen wird es die Beschäftigungsbedingungen an den Hochschulen des Landes analysieren und Verbesserungsmöglichkeiten identifizieren. Beteiligt sind Expertinnen und Experten sowie Mitglieder verschiedener Hochschulgremien. Fast zeitgleich zum Start des Forums wurde die Erhöhung der Lehrauftragsvergütung durch die Senatskanzlei – Wissenschaft und Forschung amtlich bekannt gegeben. Die neuen Vergütungssätze treten am 1. Oktober 2018 in Kraft und werden von den Hochschulen umgesetzt. Beide Maßnahmen sind Bestandteil der im Januar 2018 geschlossenen Hochschulverträge und verfolgen das Ziel der Rot-Rot-Grünen Koalition, die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft zu verbessern.

Dazu Steffen Krach, Staatsekretär für Wissenschaft und Forschung: „Lehrbeauftragte erfüllen eine wichtige Aufgabe an unseren Hochschulen, in dem sie das Lehrangebot ergänzen und um Aspekte der Berufspraxis bereichern. Die überfällige Erhöhung ihrer Vergütung ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Berliner Wissenschaft. Das Forum Gute Arbeit dient dazu, die Rahmenbedingungen an unserem Wissenschaftsstandort noch besser und gerechter zu gestalten. Das ist nicht nur ein wichtiges politisches Anliegen dieser Regierung sondern auch ein gewichtiger Standortfaktor.“

Die Mindestvergütung für einen Lehrauftrag wird im ersten Schritt ab dem Wintersemester 2018/19 von derzeit 24,50 Euro pro Lehrveranstaltungsstunde auf 35,00 Euro angehoben – eine Steigerung von über 40 Prozent. Ab dem Wintersemester 2019/20 gilt eine Mindestvergütung von 37,50 Euro je Stunde. Danach ist eine jährliche Steigerung um jeweils 2,35 Prozent des Stundensatzes vorgesehen. Bis zum Ablauf des Wintersemesters 2022/23 steigt die Mindestvergütung pro Lehrveranstaltungsstunde damit um 15,71 Euro auf 40,21 Euro. Neben der Anhebung der Mindestvergütung für die Lehrtätigkeit erfolgt auch eine Anhebung der Mindestvergütung für Prüfungstätigkeiten, insbesondere für die Vorbereitung, Beaufsichtigung und Korrektur. Ab dem Wintersemester 2018/19 gilt hier ein Stundensatz von 25 Euro, der sich anschließend jährlich erhöht: 26,70 Euro (WS 2019/20), 27,79 Euro (WS 2020/21), 28,06 Euro (WS 2021/22) und 28,72 Euro (WS 2022/23).

Karamba Diaby, zuständiger Berichterstatter;
Edgar Franke, zuständiger Berichterstatter:

Die Kultusminister der Länder haben sich heute auf Eckpunkte zur Reform des Staatsvertrags für ein neues Zulassungsverfahren in der Humanmedizin geeinigt. Das Bundesverfassungsgericht hatte am 19. Dezember 2017 entschieden, dass das Zulassungsverfahren in Teilen verfassungswidrig ist und vorgegeben, die Zulassung bis Ende 2019 neu zu regeln. Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt die Einigung der Kultusminister als wichtigen Schritt zur grundlegenden Reform des Zulassungsverfahrens.

„In der SPD-Bundestagsfraktion sind wir schon lange der festen Überzeugung, dass das Zulassungsverfahren in der Humanmedizin dringend reformiert werden muss. Mit dem Masterplan 2020 haben wir bereits Vorarbeit geleistet. Denn wir benötigen vor allem ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, die sich der Versorgung der Bevölkerung widmen.

Wir begrüßen, dass künftig neben der Abiturnote noch zwei weitere eignungsbasierte Kriterien bei der Studienplatzvergabe berücksichtigt werden, die auf die konkrete Eignung für das Medizinstudium verweisen. Dies wird auch dazu beitragen, dass sich die zukünftigen Ärztinnen und Ärzte auf ihre Tätigkeiten vorbereiten können und die Studierendenschaft in der Humanmedizin insgesamt vielfältiger wird.

Wir unterstützen den Vorschlag, die sogenannte Wartezeitquote, bei der Abiturienten oft bis zu fünfzehn Semester auf einen Studienplatz gewartet haben, nicht mehr anzuwenden. Es ist nicht zumutbar, dass ein Teil der angehenden Medizinstudierenden länger auf einen Studienplatz warten muss als andere überhaupt studieren. Das betraf etwa 20 Prozent der Medizinstudierenden.

Der Beschluss zu den Eckpunkten des Staatsvertrags ist ein wichtiger Schritt, um das Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem letzten Jahr zügig und erfolgversprechend umzusetzen.“

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Manja Schüle, stellvertretende bildungs- und forschungspolitische Sprecherin;
Martin Rabanus, zuständiger Berichterstatter:

Die EU-Kommission hat konkrete Pläne für die Ausgestaltung der einzelnen Ausgabenbereiche im Rahmen des mehrjährigen Finanzrahmens vorgestellt. Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt den Vorschlag, das erfolgreichste Austausch- und Mobilitätsprogramm “Erasmus+“ auf ein Volumen von 30 Milliarden Euro zu verdoppeln und das nächste EU-Forschungs- und Innovationsförderprogramm “Horizont Europa“ auf 100 Milliarden Euro aufzustocken.

„Der geplante Aufwuchs um rund 20 Milliarden Euro für ,Horizont Europa‘ ist erfreulich. Er bleibt jedoch deutlich hinter den Forderungen des Europäischen Parlaments und der Expertengruppe unter Vorsitz von Pascal Lamy zurück. Dass für das neue Programm der Grundsatz einer ‚offenen Wissenschaft‘ gelten und so ein offener Zugang zu Veröffentlichungen und Daten gewährleistet wird, begrüßen wir, ebenso wie den Europäischen Innovationsrat, der vielversprechende und bahnbrechende Technologien vom Labor bis zur Marktreife führen soll. Besonders wichtig sind uns zudem die Stärkung des Europäischen Forschungsrats sowie der Marie-Sklodowska-Curie-Maßnahmen, mit denen die länder- und sektorenübergreifende Mobilität von Forschenden unterstützt wird.
Vor dem Hintergrund zunehmender Europa-Skepsis und dem Brexit müssen wir Europäerinnen und Europäer enger zusammenrücken. Einen wichtigen Beitrag hierfür kann ‚Erasmus+‘ leisten: Dank des größeren Budgets sollen bis 2027 zwölf Millionen Menschen gefördert werden. Seit der Gründung vor 30 Jahren sind mehr als neun Millionen EU-Studierende mit ‚Erasmus‘ ins Ausland gegangen. ‚Erasmus+‘ ist damit längst zu einem Erfolgsmodell der EU geworden und hat sich zum Inbegriff eines Europas ohne Grenzen entwickelt.
Wir sind überzeugt, dass die Pläne der Kommission einen großen Beitrag zur Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen leisten, die von den Mitgliedstaaten allein nicht mehr effizient gemeistert werden können.“

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Manja Schüle und René Röspel, stellvertretende bildungs- und forschungspolitische Sprecher:

Die Bundesregierung hat heute den Bundesbericht Forschung und Innovation 2018 (BuFI) vorgelegt. Alle zwei Jahre gibt er Auskunft über die Leistungsfähigkeit des deutschen Forschungs- und Innovationssystems im internationalen Kontext.

„Deutschland gehört zu den weltweit führenden Innovationsnationen, weil die Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) seit Jahren verstärkt werden. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland insgesamt 92,2 Milliarden Euro für F&E ausgegeben.

Innovationen bilden die Basis für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Der durch Produktinnovationen erreichte Umsatz der deutschen Wirtschaft erhöhte sich im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 719 Milliarden Euro. Unser Dank geht an dierund 650.000 Beschäftigten im Bereich F&E. Ihre exzellente Arbeit sorgt dafür, dass der Anteil der weltmarktrelevanten Patente pro Million Einwohner bei uns fast doppelt so hoch ist wie in den USA.

Diese Erfolge gehen auf eine sozialdemokratische Forschungspolitik zurück: Der durch die SPD angeschobene Pakt für Forschung und Innovation (PFI) trägt maßgeblich dazu bei, dass das Innovationsland Deutschland international anerkannt ist und bleibt.

Mit dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Ziel, bis 2025 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für F&E aufzuwenden, wird dieser erfolgreiche Weg fortgesetzt. Insbesondere die Fortsetzung des PFI, die Verstetigung der Mittel des Hochschulpaktes und die Weiterentwicklung der Hightech-Strategie spielen dabei eine zentrale Rolle. Wir müssen auch neue Wege gehen, beispielsweise bei der Förderung von Sprunginnovationen, um den Anschluss international zu halten.

Die SPD verfolgt eine Innovationsstrategie, die neben technischen auch soziale Innovationen im Blick hat.“

Wiebke Esdar, zuständige Berichterstatterin:

Anlässlich der Bologna-Ministerkonferenz in Paris hat die Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion in einem Positionspapier neue Vorstellungen für den Europäischen Hochschulraum (EHR) entwickelt. 20 Jahre nach der Sorbonne-Erklärung muss eine Europäische Hochschulkonferenz die Wissenschaftsfreiheit sichern, Bildungsteilhabe verwirklichen und mehr Mobilität, Austausch und Vergleichbarkeit ermöglichen.

„Wir fordern eine neue Vision für Bildung und Forschung, um Europa zu einem Versprechen für die klügsten Köpfe in aller Welt zu machen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen frei von politischer Einflussnahme und marktunabhängig forschen können. Sozialen Benachteiligungen, die Ausbildung erschweren, werden wir noch stärker auch auf europäischer Ebene entgegentreten. Und wir müssen Auslandsaufenthalte weiter erleichtern, um kulturellen Austausch und gegenseitiges Verständnis im gesamten EHR zu fördern.

Zu unseren Vorschlägen zählt ein europäischer Wertekatalog für Wissenschaftsfreiheit, der perspektivisch einklagbar sein und durch anlassbezogene Beobachtergruppen garantiert werden soll. Zudem wollen wir Wege finden, um regionale Erfolge der Mitgliedstaaten als Standard für den EHR zu definieren, seien es die Ausbildungsförderung in Deutschland oder der Grad der Digitalisierung in Estland. Außerdem müssen wir die Vorschläge Emmanuel Macrons aufnehmen und gestalten, um möglichst viele bereits bestehende Einrichtungen zu europäischen Hochschulen weiterzuentwickeln und diese auch möglichst vielen Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zugänglich zu machen.“

Als erstes Bundesland hat Berlin einen umfassenden Bericht zu Open-Access-Veröffentlichungen seiner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorgelegt. Der für das Jahr 2016 erstellten Analyse zufolge sind 31 Prozent der wissenschaftlichen Artikel aus Berlin in Fachzeitschriften im Internet frei zugänglich. Untersucht wurden dabei im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft „Open-Access-Strategie Berlin“ die neun publikationsstärksten Berliner Hochschulen: die Freie Universität, die Humboldt-Universität, die Technische Universität, die Universität der Künste, die Charité-Universitätsmedizin, die Alice Salomon Hochschule, die Beuth Hochschule, die Hochschule für Wirtschaft und Recht sowie die Hochschule für Technik und Wirtschaft. Der Bericht ist Bestandteil der 2015 vom Berliner Senat verabschiedeten Open-Access-Strategie, die das Ziel verfolgt, den Anteil von Open-Access-Publikationen aus den öffentlichen Wissenschaftseinrichtungen Berlins bis 2020 auf 60 Prozent zu steigern.

Dazu Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung: „Berlin ist in Deutschland ein Vorreiter bei Open-Access-Publikationen. Wir wollen die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit in unserer Stadt leicht zugänglich und besser sichtbar machen und dadurch den Wissenschaftsstandort nachhaltig stärken. Vom freien Zugang zu Forschungserkenntnissen profitieren natürlich auch die Menschen in unserer Stadt, genauso wie die vielen innovativen Unternehmen und Start-ups. Deshalb fördern wir die Open-Access-Aktivitäten der Hochschulen auch erstmals explizit in den neu abgeschlossenen Hochschulverträgen.“

Im Rahmen der Berliner Open-Access-Strategie wurde im September 2016 ein bundesweit einmaliges Open-Access-Büro eingerichtet, das vom Land Berlin finanziert wird und die Wissenschaftseinrichtungen bei ihren Aktivitäten vernetzt und unterstützt. Immer mehr Berliner Hochschulen verankern die Förderung von Open-Access als Ziel in ihren institutionellen Strategien und richten interne Unterstützungsmechanismen ein. Dazu gehören beispielsweise spezielle Fonds sowie eigens eingesetzte Open-Access-Beauftragte. In den Hochschulverträgen für die Jahre 2018 bis 2022 stellt das Land Berlin den elf staatlichen Hochschulen und der Charité-Universitätsmedizin zusätzliche Mittel zur Förderung ihrer Open-Access-Aktivitäten zur Verfügung. Damit können die Hochschulen technische Voraussetzungen und Beratungsangebote auf- und ausbauen, um Forschende optimal für das Publizieren in Open-Access-Formaten zu unterstützen.

Der vorliegende Bericht bietet eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung und Umsetzung der Open-Access-Strategie. Hierfür mussten das gesamte Publikationsaufkommen wissenschaftlicher Zeitschriftenartikel sowie der entsprechende Open-Access-Anteil bestimmt werden. Beide Größen waren bislang schwierig zu erheben, sodass die aus 16 Literatur- und Zitationsdatenbanken ermittelten Zahlen für das Publikationsjahr 2016 in diesem Umfang ein Novum darstellen; Berlin kann damit nun als erstes Bundesland umfassende Details für den landesweiten Open-Access-Anteil vorlegen. Der Gesamtanteil an Open-Access-Zeitschriftenartikeln mit Berliner Autorschaft im Publikationsjahr 2016 wird dabei zusätzlich untergliedert in den Anteil von Artikeln in genuinen Open-Access-Zeitschriften („Open Access Gold“) und in sogenannten Hybridzeitschriften sowie den Anteil von Open-Access-Zweitveröffentlichungen („Open Access Grün“). Ein erster, 2016 erstellter Bericht zu Berliner Open-Access-Publikationen für den Zeitraum 2013-2015 hatte nur den Anteil der Open-Access-Varianten „Gold“ sowie „Hybrid“ untersucht.

Der vollständige Bericht ist online frei erhältlich:

Open-Access-Anteil bei Zeitschriftenartikeln von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Einrichtungen des Landes Berlin: Datenauswertung für das Jahr 2016

Weitere Informationen zur Berliner Open-Access-Strategie sowie zum Open-Access-Büro.

Oliver Kaczmarek, bildungs- und forschungspolitischer Sprecher und Wiebke Esdar, zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion:

Die SPD Bundestagsfraktion gratuliert Peter-André Alt zu seiner Wahl als Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und dankt dem scheidenden Präsidenten Horst Hippler für seine Arbeit. Die Forderung der HRK Hochschulpaktmittel zu sichern, werden wir in dieser Legislatur umsetzen und darauf achten, dass sie zu einer Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen beitragen.

„Die Hochschulen in Deutschland brauchen finanzielle Planungssicherheit, um für optimale Bedingungen in Forschung und Lehre sorgen zu können. Dafür sind die Gelder aus dem Hochschulpakt unverzichtbar. Die SPD-Bundestagsfraktion wird sich bei der Verstetigung der Mittel aus dem Hochschulpakt dafür einsetzen, dass das zusätzliche Geld für eine qualitativ hochwertige Lehre ausgegeben wird. Angesichts gleichbleibend hoher Studierendenzahlen wird dies eine der zentralen Aufgaben sein. Im engen Austausch mit den Ländern und Hochschulen wollen wir konkrete Förderkriterien vereinbaren. Unser Ziel ist es, diese dann alle sieben Jahre zielgerichtet und periodisch zu überprüfen.

Die Hochschulrektorenkonferenz hat deutlich gemacht, dass sie eine Vergabe der Hochschulpaktmittel im Wettbewerb ablehnt. Für die SPD-Bundestagsfraktion steht fest: Es wird mit uns keine hoch-kompetitive Vergabe der Mittel geben. Allerdings wollen wir darauf achten, dass die zukünftigen Mittel zu einer stetig verbesserten Lehrsituation beitragen, auch um die Berufschancen der Studierenden zu erhöhen. Dazu gehört auch, dass Studierende bei hoher Lehrqualität zum Abschluss geführt werden.“

Die im letzten Jahr in Rheinland-Pfalz eingesetzte Expertenkommission legte heute im Rahmen einer offiziellen Übergabe ihren Empfehlungsbericht der Landesregierung vor. Die 15-köpfige Kommission unter dem Vorsitz des Siegener Rektors und Vizepräsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Holger Burckhart, untersuchte Potenziale und Chancen des Hochschul- und Wissenschaftsstandorts und formulierte auf dieser Basis Empfehlungen zur Weiterentwicklung der rheinland-pfälzischen Hochschullandschaft.

„Wir haben in Rheinland-Pfalz sehr leistungsfähige Hochschulen, die sich durch vielfältige Angebote und Profile auszeichnen und Impulsgeber in ihren jeweiligen Regionen sind. Insgesamt sind unsere Hochschulen auf einem guten Weg in die Zukunft. Sie leisten hervorragende Arbeit in der Forschung, Studium und Lehre und sind in einigen Bereichen deutschlandweit führend. So sind bspw. die Qualitätssicherung in der Lehre wie auch die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung hierzulande sehr ausgeprägt; das sichert Chancengleichheit und den Fachkräftenachwuchs. Auf diese Besonderheiten und Stärken der rheinland-pfälzischen Hochschullandschaft weist auch die Expertenkommission in ihrem Bericht hin. Viele der bereits eingeschlagenen Wege werden als erfolgreiche Modelle erachtet, die wir weiter verfolgen sollen“, betonte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. „Wir werden aber auch im Dialog mit den Hochschulen die Bereiche ermitteln, wo wir unsere Potenziale noch besser nutzen können. Besonders aus der starken regionalen Verankerung schöpfen unsere Hochschulen die Kraft für eine international sichtbare Ausrichtung“, so Wolf weiter.

Der Bericht beinhaltet auf 58 Seiten umfangreiche Empfehlungen der Expertinnen und Experten zu Entwicklungsperspektiven, die nun seitens des Ministeriums sowie in den Hochschulen selbst genauer analysiert und beraten werden. Im Zentrum stehen u.a. die regionale Verankerung der Hochschulen, die Attraktivität von Forschung und Lehre – auch im Hinblick auf Exzellenz- und Spitzenforschung, die strategische Steuerung der Hochschulen über Ziel- und Leistungsvereinbarungen, die Förderung kooperativer Promotionen sowie die hochschulübergreifende Digitalisierung.

„Wir werden zukunftsträchtige Spitzenforschung fördern. Mit neuen strategischen Konzepten werden wir die Forschung an Hochschulen national wie international wettbewerbsfähiger machen. Die Forschungsinitiative des Landes wird mit 20 Millionen Euro pro Jahr fortgeführt. Mit dieser Strategie wollen wir eine Steigerung der Drittmitteleinnahmen der Hochschulen von derzeit 235 Millionen Euro auf ein Volumen von rund 300 Millionen Euro erreichen“, stellte Wolf erste Ziele nach Überreichen des Berichtes vor. „Ich will zudem die anwendungsorientierte Forschung der Fachhochschulen in das Promotionsgeschehen einbeziehen und kooperative Promotionen fördern. Noch 2018 werden wir ein Programm ins Leben rufen, das Promotionen, die gemeinsam von Fachhochschulen und Universitäten getragen werden, fördert. In der ersten Förderrunde 2018 werden damit 20 kooperativ Promovierende finanziert. Um die Attraktivität der dualen Studiengänge weiter zu steigern, will ich die Hochschulen dazu gewinnen, neben dualen Bachelorangeboten auch duale Masterangebote anzubieten. Insgesamt werde ich die Hochschulen dabei unterstützen, das Angebot der dualen Studienangebote in den kommenden fünf Jahren von 66 auf ca. 100 Studiengänge zu steigern.“

Zeitnah werde es Gespräche mit den Hochschulpräsidenten geben, mit dem Ziel den Empfehlungsbericht in all seinen Dimensionen zu bewerten und notwendige Schlussfolgerungen zu ziehen, beschrieb der Wissenschaftsminister das weitere Verfahren. Geplant sei eine Rahmenvereinbarung zu den Eckpunkten der künftigen Hochschulentwicklung.

Abschließend stellte der Wissenschaftsminister fest: „Unsere Hochschulen sind innovative Zentren in Rheinland-Pfalz. Dies wollen wir ausbauen. Dafür haben wir hier ein herausragendes Werk, von dem wir noch lange profitieren können. Der Blick von außen, von unabhängigen, national wie international anerkannten Expertinnen und Experten, ist ein großer Gewinn. Mein ganzer Dank gilt allen, die an diesem Bericht mitgewirkt haben und natürlich ganz besonders dem Vorsitzenden, Herrn Prof. Dr. Burckhart.“

Die brandenburgische Wissenschaftsministerin Martina Münch hat heute bei der Eröffnung der internationalen meteorologischen Konferenz ‘GCOS Reference Upper-Air Network‘ am Alfred-Wegener-Institut in Potsdam auf die Bedeutung des Klimawandels hingewiesen und das Institut als herausragende Forschungseinrichtung gewürdigt. „Brandenburg belegt einen Spitzenplatz in der Klima- und Energieforschung. Dazu trägt das Alfred-Wegener-Institut in Potsdam mit seiner herausragenden Forschungsexpertise in den Klima- und Geowissenschaften maßgeblich bei – ebenso wie die anderen Institute auf dem Telegrafenberg. Das Alfred-Wegener-Institut befasst sich ganz zentral mit dem Zusammenspiel von Klima und Umweltveränderungen, die sich in den arktischen Gebieten der Erde zeigen. Entscheidend für verlässliche und belastbare Untersuchungen in diesem Bereich sind modellierende Analysen in internationalen Großprojekten. Deshalb sind auch internationale Konferenzen so wichtig, in denen länderübergreifend Fragestellungen der Meteorologie und des Klimas diskutiert werden – der Klimawandel ist eine globale Herausforderung.“

Auf der heutigen Konferenz treffen sich die Vertreterinnen und Vertreter des von der Weltorganisation für Meteorologie konzipierten Netzwerkes für langzeitliche Klima-Referenzmessungen in der Atmosphäre. Aktuell gehören 26 Stationen diesem Netzwerk an, wobei dem Meteorologischen Observatorium des DWD im brandenburgischen Lindenberg (Landkreis Oder-Spree) eine führende Rolle zukommt. An dem Brandenburger Observatorium ist das GRUAN Lead Centre angesiedelt, das für die Betreuung und Entwicklung des gesamten Netzwerkes zuständig ist. Die vom AWI Potsdam betreute Forschungsstation auf Spitzbergen ist mit ihrem Radiosonden-Programm ebenfalls als GRUAN-Station zertifiziert. Bei der jährlich stattfindenden Konferenz nehmen nicht nur die Repräsentanten der verschiedenen Stationen und Meteorologischen Dienste teil, sondern auch hochrangige Vertreter vom Global Climate Observing System und der WMO. Es werden etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter anderem aus China, Frankreich, Japan, Korea, den Niederlanden, Neuseeland, Russland, dem Senegal, Spanien, den USA, der Schweiz und Großbritannien, erwartet.

Das Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) forscht seit 1980 als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren in den Bereichen Geo-, Bio- und Klimawissenschaften. Die Forschungsstelle Potsdam des AWI hat 1992 ihre Arbeit aufgenommen. Die mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreiben schwerpunktmäßig Atmosphären- und Klimaforschung in den polaren Landregionen, insbesondere in der Arktis. Die Forschungsstelle Potsdam arbeitet eng mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen und kooperiert unter anderem mit der Universität Potsdam, der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist Teil des Wissenschaftsparks ‘Albert Einstein‘ auf dem Telegrafenberg in Potsdam. Neben dem Alfred-Wegener-Institut befinden sich dort auch das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum. Das Land fördert das AWI im Rahmen der gemeinsamen Bund-Länder-Finanzierung in diesem Jahr mit rund 1,2 Millionen Euro.

Die SPD Sachsen-Anhalt hat heute in Magdeburg, auf den Tag genau zwei Jahre nach der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages von CDU, SPD und Grünen, eine Zwischenbilanz der einzigen „Kenia-Koalition“ in Deutschland gezogen. So fällt unter anderem das Fazit von Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, durchaus positiv aus:

„Wir mussten verlorenes Vertrauen in Verlässlichkeit der Politik zurückgewinnen. Dies galt insbesondere im Hochschulbereich, dessen Entwicklung in den letzten Jahren durch überzogene Spar- und Strukturdiskussionen belastet war. Hier hat die SPD im Koalitionsvertrag wichtige Marksteine gesetzt, unter anderem mit der Erhöhung der Grundfinanzierung unserer sieben staatlichen Hochschulen um 15 Millionen Euro. Das verschafft den Hochschulen neue Spielräume. Mindestens 50 Prozent der Erhöhung müssen für Personalmaßnahmen wie Entfristungen und neue Stellen verwendet werden.“ Ein weiterer Meilenstein für Wirtschaft und Wissenschaft, so Willingmann, werde das neue Hochschulgesetz.