Perspektivprofessur für die Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften jetzt etablieren

Daniela De Ridder, zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion:

Die heutige Veröffentlichung des Wissenschaftsrats zur Personalentwicklung an Fachhochschulen bestätigt die Forderung der SPD-Bundestagsfraktion, dass ein Programm zur Stärkung des professoralen Nachwuchses an Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften noch in dieser Legislaturperiode angeschoben werden muss.

„Der professorale Betreuungsschlüssel an Fachhochschulen (FH) hat sich von 2005 mit 39 Studierenden pro Professur auf 49 in 2015 verschlechtert. Damit ist ihre Lehr- und Forschungsqualität gefährdet und sie laufen Gefahr, ihrer eigenständigen Rolle im Bildungs- und Wissenschaftssystem nicht mehr gerecht werden zu können.

Wie der Wissenschaftsrat bekräftigt, muss ein FH-Nachwuchsprogramm auf die Kooperation mit der Wirtschaft setzen. Karrierewege zur Fachhochschulprofessur müssen leichter zugänglich werden, dürfen dabei aber nicht an Qualität und Praxisbezug einbüßen. Daher muss die ‚Perspektivprofessur‘ in Form eines kooperativen Modells zwischen externen Arbeitgebern und Hochschulen ausgestaltet sein – Frauen müssen dabei insbesondere in den MINT-Bereichen unterstützt werden.

Gleichzeitig muss aber auch die Internationalisierung der Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaft gestärkt werden. Grundsätzlich ist die Personalentwicklung und Gewinnung an Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften auszubauen, auch um die Durchlässigkeit aus Unternehmen in die Wissenschaft zu stärken. Angesichts des Bedarfs in unserem Hochschulsystem und der vielen ungenutzten Potenziale setzen wir auf eine rasche Umsetzung eines Förderprogramms zur Etablierung von ‚Perspektivprofessuren‘.“

Gleichberechtigung von Frauen in der Wissenschaft muss deutlich mehr werden

Marianne Schieder, zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion:

Das heutige öffentliche Fachgespräch im Ausschuss für Bildung und Forschung macht wieder einmal deutlich: Die Lage hat sich verbessert, aber die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Forschung geht zu langsam voran. Weitere Maßnahmen wie ein Professorinnenprogramm III und geeignete Programme der Frauenförderung im Bereich des nicht-professoralen Personals müssen folgen.

„Noch immer haben Frauen in Wissenschaft und Forschung nicht dieselben Chancen wie Männer. Zwar stieg ihr Anteil in der Professorenschaft in den vergangenen Jahren langsam an. Für die SPD-Bundestagsfraktion ist das aber nicht genug. Wir wollen nicht einfach zusehen und auf den Wandel hoffen, sondern aktiv für mehr Chancengleichheit sorgen.

Darum fordern wird, das Professorinnenprogramm über das Jahr 2017 hinaus fortzuführen und auszubauen. Nur so können wir unsere ersten Erfolge bei der Gleichstellung in der Wissenschaft verstetigen. In den kommenden Jahren müssen zahlreiche Professuren neu besetzt werden, da viele Professoren emeritiert werden. Darum wollen wir zügig weitere Anreize setzen, damit dieses Zeitfenster für Frauen genutzt wird. Aber auch im Bereich der sogenannten Post-Doc-Phase und auf Ebene des nicht-professoralen Personals müssen Frauen über geeignete Programme gezielt gefördert werden.

Bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses haben wir schon wichtige Schritte durchsetzen können. Das Tenure-Track-Programm und die Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes helfen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beim Einstig in ihre Karriere. Genauso wie die Expertinnen und Experten des Fachgesprächs sehen wir noch Potenzial, um gerade Frauen in dieser kritischen Berufsphase besser zu unterstützen. Wie in anderen Bereichen auch darf die Gründung einer Familie für Frauen nicht zum ungewollten Ausscheiden aus Wissenschaft und Forschung führen.“

Forschungsorganisationen setzen stärker auf Nachhaltigkeit

Martin Rabanus und Karamba Diaby, zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion

Nach Abschluss des gemeinsamen Forschungsprojekts „Nachhaltigkeit in außeruniversitären Forschungsorganisationen“ übergaben die Präsidenten von Fraunhofer-Gesellschaft (FHG), Helmholtz-Gemeinschaft (HGL) und Leibniz-Gemeinschaft (WGL) die Ergebnisse als Handreichung an das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle für die nachhaltige Forschung ist wichtiger Bestandteil für die zukünftige Ausrichtung der Organisationen.

„Mit dem vorliegenden Abschlussbericht legen die drei außeruniversitären Forschungseinrichtungen die Ergebnisse für eine organisationsübergreifende Erforschung der eigenen Ansprüche an nachhaltige Wissenschaft und nachhaltiges Forschen vor. In der Auseinandersetzung mit den eigenen Strukturen haben die Forscherinnen und Forscher zudem einen Rahmen entwickelt, der die notwendigen Freiräume für eine fachliche Schwerpunktsetzung der einzelnen Forschungsorganisationen bietet. Die Ergebnisse zeigen klar die Potenziale für Nachhaltigkeitsmanagement sowohl für die Wissenschaft selbst als auch für die Verwaltung auf. Mit den Ergebnissen und Handlungsempfehlungen werden die Forschungseinrichtungen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht.

Die AG Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion hatte sich bereits im Juli 2016 mit Vertretern der Leibniz-Gemeinschaft zu den Themen Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Relevanz der WGL-Forschung ausgetauscht. Für die Leibniz-Gemeinschaft besteht die Herausforderung für ihre zukünftige Ausrichtung und das Wissenschaftssystem insgesamt vor allem darin, die richtige Balance zwischen Wissenschaftsfreiheit und Relevanz für die Gesellschaft zu finden und so selbst Vorreiter für nachhaltige Forschung und Entwicklungen zu sein. Zusammen mit den anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und den nun vorliegenden Ergebnissen zur Forschungsnachhaltigkeit kann die aus Bundesmitteln finanzierte Forschung noch zielgerichteter wissenschaftliche, wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen erforschen.“

Open Access Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung enttäuscht

Marianne Schieder, zuständige Berichterstatterin:

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat heute seine lang angekündigte und im Koalitionsvertrag verabredete Open Access Strategie vorgestellt. Leider ist festzustellen, dass das BMBF keine mutige Strategie verfolgt, sondern viel zu unverbindlich und schwammig bleibt.

„Die heute vorgestellte Open Access Strategie ist viel zu unverbindlich, unkonkret und schwammig. Sie erschöpft sich in einer detaillierten Situationsbeschreibung und Appellen. Konkrete Handlungsvorschläge und zukunftsweisende Strategien fehlen vollständig.

Möglichkeiten für eine zeitgemäße Förderung von Open Access hätte das BMBF genug. In den Förderbedingungen von Forschungsprojekten müsste Open Access schon lange verpflichtend verankert werden. Es reicht auch nicht, nur an andere Akteure zu appellieren. Bereits jetzt kann bei der Ausschreibung neuer Projekte die Gleichwertigkeit von Open Access-Veröffentlichungen als Qualifikationsnachweis festgesetzt werden.

Wer jetzt erst einmal Konzepte und Best practice-Beispiele sammeln will, offenbart nur, dass er keine eigenen Ideen vorweisen kann und bisher offenkundig die Entwicklung der Open Access-Landschaft nicht systematisch verfolgt hat.

Bereits im April dieses Jahres hat die Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion in einem Positionspapier konkrete Vorschläge und Forderungen an eine moderne Open-Access-Strategie formuliert. Wir hoffen noch immer, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung die praktischen Ansätze aufgreifen wird und endlich anfängt zu handeln.“

Nationaler Bildungspakt muss kommen: mehr Ausgaben des BIP für Bildung nötig

Die heute in Deutschland veröffentlichte OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ bestätigt, dass ein Nationaler Bildungspakt mit einem deutlich größeren Anteil des BIP für Bildung in Deutschland kommen muss. Gerade für jungen Erwachsenen ohne Berufsausbildung muss in Deutschland mehr gemacht werden.

„Die OECD bescheinigt ein weiteres Mal, dass das Ziel, sieben Prozent des BIP für Bildung auszugeben, weiterhin verfehlt ist. Aktuell liegt der Wert bei 4,2 Prozent und damit unter dem Durchschnitt von 4,8 Prozent. Was bei Forschung fast klappt – das Ziel drei Prozent des BIP dafür zu investieren – sollte auch endlich im Bildungsbereich Realität werden.

Wir brauchen einen Nationalen Bildungspakt in Deutschland, durch den deutlich mehr in den Bildungsbereich investiert wird. Mit der Abschaffung des Kooperationsverbots könnten finanzielle Hilfen des Bundes in den Schulbereich fließen. Hierbei haben für die SPD-Bundestagsfraktion der Ausbau von Ganztagsschulen und der Schulsozialarbeit oberste Priorität.

Grundsätzlich schneidet das deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich gut ab – die berufliche Bildung bringt junge Menschen in Arbeit, die frühkindliche Bildung leistet entscheidende Aufgaben zur Integration, es gibt hohe Beschäftigungsaussichten für Hochschulabsolventen. Alarmierend ist jedoch, dass der Anteil junger Erwachsener, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind, weiterhin bei 9,3 Prozent liegt. Dies ist zwar im internationalen Vergleich ein niedriger Wert, dennoch setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion dafür ein, dass im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung für diese jungen Menschen mehr Perspektiven geschaffen werden. Hierzu müssen wir mehr Jugendberufsagenturen vor Ort schaffen, mehr Berufsorientierung anbieten und ausbildungsbegleitende Hilfen und die assistierte Ausbildung ausbauen.“

Aktionsplan Nanotechnologie wird bis 2020 fortgeführt

Simone Raatz, zuständige Berichterstatterin:

Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt den heutigen Kabinettsbeschluss zum „Aktionsplan Nanotechnologie 2020“. In ihm werden die Forschungs- und Förderaktivitäten der Bundesministerien im Zusammenhang mit Nanotechnologie koordiniert. Neben den vielfältigen Chancen der Zukunftstechnologie spielt auch die Abwägung möglicher Risikofaktoren eine wichtige Rolle.

„Die Nanotechnik gehört in vielen Forschungsbereichen und Industriezweigen zu den zukunftsweisenden Schlüsseltechnologien. Ihre praktische Anwendung ermöglicht schon heute leistungsfähigere Batterien, effektivere digitale Datenspeicher, wirksamere Behandlungen im Gesundheitsbereich und vieles mehr.

Allein das Bundesministerium für Bildung und Forschung veranschlagt im aktuellen Jahr 190 Millionen Euro für Innovationen im Nanobereich. Die bedeutende Rolle der Nanotechnologie im deutschen Innovationssystem ist aber vor allem auf die seit 2006 koordiniert erfolgende Förderung durch alle sieben betroffenen Bundesressorts zurückzuführen. Mit der Fortschreibung des Aktionsplans bis 2020 findet nun eine Einbettung in die neue Hightech-Strategie der Bundesregierung statt.

Der SPD-Bundestagsfraktion ist besonders wichtig, dass ein starker Fokus des neuen „Aktionsplans Nanotechnologie 2020“ auf Lösungsmöglichkeiten für zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen, wie die Energiewende und den digitalen Wandel, liegt. Dazu gehört auch eine verantwortungsvolle Nanorisikoforschung, die Bevölkerung und Umwelt zuverlässig vor potenziellen Gefahren schützt, ohne die Innovationsfähigkeit unserer Gesellschaft insgesamt zu mindern.“

BAföG- und Aufstiegs-BAföG-Reformen in Kraft

An diesem Montag treten gleich zwei umfangreiche Bildungsreformen in Kraft, für die sich die SPD-Fraktion in dieser Legislaturperiode stark gemacht hat: die staatliche Ausbildungsförderung für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende („BAföG“) als auch die Förderung von Aufstiegsfortbildungen („Aufstiegs-BAföG“ bzw. „Meister-BAföG“) zum Handwerks- oder Industriemeister, zum Techniker, Fachwirt oder staatlich geprüften Erzieher.

Die Große Koalition setzt damit ein starkes Signal für mehr Bildungsgerechtigkeit und die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung – getreu nach dem Motto: gesagt, getan, gerecht.

Mehr Wohngeld, höhere Freibeträge

„Das BAföG ist eines der großen sozialdemokratischen Projekte für mehr Chancengleichheit. Die SPD hat als Teil der Regierungskoalition erfolgreich für die 25. BAföG-Reform gekämpft“, sagt Oliver Kaczmarek, stellvertretender bildungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Seit 2015 trägt der Bund erstmals alleine die Kosten für das BAföG. So entlastet er die Länder um jährlich 1,17 Milliarden Euro und stellt pro Jahr 825 Millionen Euro für die Verbesserung der Leistungen selbst zur Verfügung. Für SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil ist die 25. BAföG-Reform daher „historisch“ und „die größte nachhaltige Verbesserung der Bildungsfinanzierung für die Länder seit einem Jahrzehnt“.

Ab dem 1. August steigen nun auch wie vereinbart die BAföG-Förderhöchstsätze von 670 auf 735 Euro und damit die Wohnkosten- und Sozialpauschalen. Die Einkommensfreibeträge erhöhen sich um sieben Prozent, und für jedes Kind gibt es 130 Euro Betreuungszuschlag. Somit sind zusätzliche 110.000 junge Menschen BAföG-berechtigt. Darüber hinaus wurde die bisherige Förderlücke zwischen Bachelor und Master geschlossen und bundesweit eine Online-Antragsstellung ermöglicht.

Mehr Aufstiegschancen auch in der Berufsbildung

Allein im Jahr 2015 wurden rund 162.000 Berufstätige bei einer Auftstiegsfortbildung unterstützt. Dank der Kopplung an das BAföG steigen auch die Sätze für Fachkräfte, die sich weiter qualifizieren möchten. Durch die Initiative der SPD-Bundestagsfraktion wurden die Förderbedingungen noch stärker an die Lebenswirklichkeit der Geförderten angepasst, gleichzeitig werden mehr Menschen Zugang zur Aufstiegsförderung erhalten. Damit wird aus dem altbewährten „Meister-BAföG“ im wahrsten Sinne des Wortes ein „Aufstiegs-BAföG“. Dafür investiert der Bund bis 2019 alleine zusätzlich 245 Millionen Euro.

Wer eine Aufstiegsfortbildung plant, muss Arbeiten, Familie, Lehrgänge sowie Zeit fürs Lernen und für die Prüfung vereinbaren. Oft sind Freistellungsphasen oder Teilzeitarbeit sowie zusätzliche Kinderbetreuung erforderlich. Lebensunterhalt und Fortbildungskosten müssen finanzierbar sein. Die Koalition will mit dem neuen Aufstiegs-BAföG die Hemmschwellen abbauen. Deshalb steigen Fördersätze und Zuschussanteile überproportional für Menschen mit Familie und für Alleinerziehende. Zum 1. August 2016 steigen die maximalen Unterhaltsbeiträge wie folgt:

  • für Alleinstehende von 697 Euro auf 768 Euro/Monat
  • für Alleinerziehende von 907 Euro auf 1003 Euro/Monat
  • für Verheiratete mit einem Kind von 1122 Euro auf 1238 Euro/Monat
  • für Verheiratete mit zwei Kindern von 1332 Euro auf 1473 Euro/Monat

Für alle wird zudem der maximale Maßnahmenbeitrag für Lehrgangs- und Prüfungskosten deutlich erhöht: von 10.226 Euro auf 15.000 Euro. Daneben wird der Kreis der Geförderten erweitert: Auch Bachelorabsolventen und ‑absolventinnen können ab sofort eine finanzielle Förderung ihrer Aufstiegsweiterbildung erhalten, wenn sie zusätzlich einen Meisterkurs oder eine vergleichbare Fortbildung machen wollen.

„Mit dem Stichtag 1. August kommen alle Neuerungen der Novelle bei den Geförderten an – egal, ob sie schon an einer geförderten Aufstiegsfortbildung teilnehmen oder diese erst danach beginnen“, erklärt Martin Rabanus, zuständiger Berichterstatter der SPD-Fraktion. „Neu beginnen kann eine geförderte Aufstiegsfortbildung auch, wer als höchsten Hochschulabschluss bereits einen Bachelorabschluss hat oder wer ohne Erstausbildungsabschluss zur Prüfung oder Fachschule zugelassen wird – etwa als Studienabbrecher oder mit Fachabitur und Berufspraxis.“

BAföG auch in Zukunft ausbauen

Mit den beiden Gesetzesreformen haben die SPD-Abgeordneten bereits viel erreicht. Dennoch geht der Blick bereits wieder nach vorn: „Weil die Schaffung von Chancengleichheit im Mittelpunkt von sozialdemokratischer Bildungspolitik steht, gilt für uns: nach der Reform ist vor der Reform“, betont Oliver Kaczmarek. Als nächsten Schritt wolle man etwa das BAföG noch weiter an die  Lebenswirklichkeit von Studierenden annähern. Denn viele Studierende kämen heute älter und beruflich qualifiziert an die Hochschulen. Auch dieser Entwicklung müsse die Politik Rechnung tragen.

Ausschreibung: Stipendium für Promovierende

Die Johannes-Rau-Gesellschaft vergibt zum 1. Oktober 2016 ein Promotionsstipendium. Bewerbungsschluss ist der 31.08.2016.

Das Promotionsstipendium beträgt 1.250 € monatlich und wird zunächst auf zwei Jahre vergeben, eine Verlängerung ist möglich.
Damit fördert der Verein hervorragende wissenschaftliche Arbeiten, die sich dem geistigen Erbe Johannes Raus verpflichtet fühlen. Die Arbeiten sollen das historische Bewusstsein schärfen und Zukunftsfragen behandeln. Die Fachdisziplinen sind nicht vorgegeben.

Die Johannes-Rau-Gesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein, der 2010 gegründet wurde und der das Andenken an Johannes Rau wahren möchte.
Vorsitzende des Vereins ist Gabriele Behler, stellvertretender Vorsitzender ist Prof. Dr. Jürgen Kocka, weitere Mitglieder sind Dr. Anja Kruke, Dietmar Nietan, Christina Rau und Dr. Jürgen Schmude. Dem Beirat gehören Frau Prof. Dr. Gunilla Budde, Herr Prof. Dr. Wolfgang Merkel und Herr Prof. Dr. Jürgen Mittag an.

 

Folgende Unterlagen sind einzureichen:

1. Begründung für die Bewerbung bei der Johannes-Rau-Gesellschaft
2. Ausführliches Exposé (ca. 10 bis 15 Seiten) zum Dissertationsvorhaben
3. Tabellarischer Lebenslauf
4. Abiturzeugnis (einfache Kopie)
5. Studienabschlusszeugnis (einfache Kopie)
6. Bescheinigung über die auflagenfreie Zulassung zur Promotion an einer deutschen Hochschule (einfache Kopie)
7. Kurzer Überblick über die wirtschaftliche Situation
8. Ein Gutachten der Betreuerin / des Betreuers der Dissertation sowie ein weiteres Fachgutachten von einer zweiten Hochschullehrerin / einem zweiten Hochschullehrer.

 

Infoschreiben Stipendium JRG 2016

Exzellente Forschungsinfrastrukturen zentral für unser Wissenschaftssystem

Im Rahmen eines öffentlichen Fachgesprächs thematisierte der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung heute die Förderung von Forschungsinfrastrukturen. Deutlich wurde hierbei die zentrale Bedeutung, die einer langfristig sicheren finanziellen und guten personellen Ausstattung dieser Einrichtungen für die Leistungsfähigkeit des Wissenschaftsstandortes Deutschland zukommt.

„Es gilt zu Recht als Ausweis der Zukunftsfähigkeit eines Landes, sich exzellente Forschungsinfrastrukturen in einer großen Bandbreite von Forschungsfeldern zu leisten. Die geladenen Sachverständigen haben uns heute bestätigt, dass wir mit der Identifikation besonders förderfähiger Projekte über den Nationalen Roadmap-Prozess grundlegend auf einem guten Weg sind. Gleichzeitig sehen wir die Defizite des laufenden Verfahrens und streben Verbesserungen an.

Ein noch nicht ausreichend gelöstes Problem ist etwa, wie zusätzlich zu Bauinvestitionen auch der laufende Betrieb, die Erneuerung und das Personal finanziert werden können, damit Hochschulen stärker als bisher Kooperationspartner oder sogar Träger und nicht nur Nutzer von Großforschungseinrichtungen sein können. Auch zeigte sich, dass wir dringend neue Konzepte zur Förderung der besten Köpfe für die Administration von Forschungsinfrastrukturen und frühzeitige Personalentwicklung für eine Karriere im Wissenschaftsmanagement benötigen.

Als sehr interessant erscheint uns die Überlegung, über den novellierten Artikel 91b Grundgesetz zu einer langfristigen Finanzierung von Forschungsinfrastrukturen und Forschungsbauten von Hochschulen zu gelangen.“

Norddeutscher Wissenschaftspreis 2016 wird ausgelobt: Geistes- und Sozialwissenschaften stehen im Mittelpunkt

Mathias Brodkorb, Wissenschaftsminister Mecklenburg-Vorpommern:

Die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein sowie die Freie Hansestadt Bremen und die Freie Hansestadt Hamburg haben den Norddeutschen Wissenschaftspreis 2016 ausgelobt. Der gemeinsame Preis wird in diesem Jahr für erfolgreiche norddeutsche Kooperationen in den Geistes- und Sozialwissenschaften vergeben. Er ist mit 100.000 Euro dotiert. In diesem Jahr hat Mecklenburg-Vorpommern den Vorsitz der Norddeutschen Wissenschaftsministerkonferenz inne und richtet damit auch den Norddeutschen Wissenschaftspreis aus. Bewerbungsfrist ist der 30. Juni 2016.
„Nach den Schwerpunkten Meeresforschung oder Klima- und Umweltforschung stehen in diesem Jahr die Geistes- und Sozialwissenschaften im Mittelpunkt. Die norddeutschen Länder wollen zeigen, welches Potenzial in diesen Disziplinen steckt.

Der Preis ist eine Anerkennung für exzellente Leistungen der Forscherinnen und Forscher. Er würdigt erfolgreiche norddeutsche Kooperationen in der Wissenschaft und will sie über die Ländergrenzen hinaus sichtbar machen. Wir freuen uns deshalb über viele Bewerbungen von Forschungskooperationen.“

Die Forschungskooperationen, die sich bewerben, müssen Beteiligte aus mindestens zwei norddeutschen Ländern aufweisen, darunter mindestens eine staatliche norddeutsche Hochschule. Der fachliche Bezug der Projekte soll in den Themenfeldern Identität und Integration oder Demografischer Wandel und Daseinsvorsorge angesiedelt sein und auch einen Bezug zum Kultur- wie auch Wirtschaftsraum der norddeutschen Länder aufweisen können.
Besonders begrüßenswert sind Projekte, in denen durch das Zusammenwirken verschiedener Einrichtungen interinstitutionell bzw. interregional hervorragende wissenschaftliche Leistungen hervorgebracht wurden. Das Auswahlverfahren erfolgt durch die Geschäftsstelle der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen. Die Preisverleihung findet am 25. November 2016 in der Aula der Universität Rostock statt. Die Veranstaltung wird vom
Norddeutschen Rundfunk präsentiert.“