Die im letzten Jahr in Rheinland-Pfalz eingesetzte Expertenkommission legte heute im Rahmen einer offiziellen Übergabe ihren Empfehlungsbericht der Landesregierung vor. Die 15-köpfige Kommission unter dem Vorsitz des Siegener Rektors und Vizepräsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Holger Burckhart, untersuchte Potenziale und Chancen des Hochschul- und Wissenschaftsstandorts und formulierte auf dieser Basis Empfehlungen zur Weiterentwicklung der rheinland-pfälzischen Hochschullandschaft.

„Wir haben in Rheinland-Pfalz sehr leistungsfähige Hochschulen, die sich durch vielfältige Angebote und Profile auszeichnen und Impulsgeber in ihren jeweiligen Regionen sind. Insgesamt sind unsere Hochschulen auf einem guten Weg in die Zukunft. Sie leisten hervorragende Arbeit in der Forschung, Studium und Lehre und sind in einigen Bereichen deutschlandweit führend. So sind bspw. die Qualitätssicherung in der Lehre wie auch die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung hierzulande sehr ausgeprägt; das sichert Chancengleichheit und den Fachkräftenachwuchs. Auf diese Besonderheiten und Stärken der rheinland-pfälzischen Hochschullandschaft weist auch die Expertenkommission in ihrem Bericht hin. Viele der bereits eingeschlagenen Wege werden als erfolgreiche Modelle erachtet, die wir weiter verfolgen sollen“, betonte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. „Wir werden aber auch im Dialog mit den Hochschulen die Bereiche ermitteln, wo wir unsere Potenziale noch besser nutzen können. Besonders aus der starken regionalen Verankerung schöpfen unsere Hochschulen die Kraft für eine international sichtbare Ausrichtung“, so Wolf weiter.

Der Bericht beinhaltet auf 58 Seiten umfangreiche Empfehlungen der Expertinnen und Experten zu Entwicklungsperspektiven, die nun seitens des Ministeriums sowie in den Hochschulen selbst genauer analysiert und beraten werden. Im Zentrum stehen u.a. die regionale Verankerung der Hochschulen, die Attraktivität von Forschung und Lehre – auch im Hinblick auf Exzellenz- und Spitzenforschung, die strategische Steuerung der Hochschulen über Ziel- und Leistungsvereinbarungen, die Förderung kooperativer Promotionen sowie die hochschulübergreifende Digitalisierung.

„Wir werden zukunftsträchtige Spitzenforschung fördern. Mit neuen strategischen Konzepten werden wir die Forschung an Hochschulen national wie international wettbewerbsfähiger machen. Die Forschungsinitiative des Landes wird mit 20 Millionen Euro pro Jahr fortgeführt. Mit dieser Strategie wollen wir eine Steigerung der Drittmitteleinnahmen der Hochschulen von derzeit 235 Millionen Euro auf ein Volumen von rund 300 Millionen Euro erreichen“, stellte Wolf erste Ziele nach Überreichen des Berichtes vor. „Ich will zudem die anwendungsorientierte Forschung der Fachhochschulen in das Promotionsgeschehen einbeziehen und kooperative Promotionen fördern. Noch 2018 werden wir ein Programm ins Leben rufen, das Promotionen, die gemeinsam von Fachhochschulen und Universitäten getragen werden, fördert. In der ersten Förderrunde 2018 werden damit 20 kooperativ Promovierende finanziert. Um die Attraktivität der dualen Studiengänge weiter zu steigern, will ich die Hochschulen dazu gewinnen, neben dualen Bachelorangeboten auch duale Masterangebote anzubieten. Insgesamt werde ich die Hochschulen dabei unterstützen, das Angebot der dualen Studienangebote in den kommenden fünf Jahren von 66 auf ca. 100 Studiengänge zu steigern.“

Zeitnah werde es Gespräche mit den Hochschulpräsidenten geben, mit dem Ziel den Empfehlungsbericht in all seinen Dimensionen zu bewerten und notwendige Schlussfolgerungen zu ziehen, beschrieb der Wissenschaftsminister das weitere Verfahren. Geplant sei eine Rahmenvereinbarung zu den Eckpunkten der künftigen Hochschulentwicklung.

Abschließend stellte der Wissenschaftsminister fest: „Unsere Hochschulen sind innovative Zentren in Rheinland-Pfalz. Dies wollen wir ausbauen. Dafür haben wir hier ein herausragendes Werk, von dem wir noch lange profitieren können. Der Blick von außen, von unabhängigen, national wie international anerkannten Expertinnen und Experten, ist ein großer Gewinn. Mein ganzer Dank gilt allen, die an diesem Bericht mitgewirkt haben und natürlich ganz besonders dem Vorsitzenden, Herrn Prof. Dr. Burckhart.“