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Klonerfolg mit bitterem Beigeschmack

René Röspel, stellvertretender forschungspolitischer Sprecher:

In der Fachzeitschrift „Cell“ berichten chinesische Forscher, dass es ihnen erstmals gelungen sei, 22 Jahre nach der Geburt des Klonschafs Dolly mit der gleichen Methode Affen zu klonen. Die zwei Javaneraffen Zhong Zhong und Hua Hua seien lebendig geboren worden und hätten die ersten Wochen überlebt. Die SPD-Bundestagsfraktion sieht Anlass zu Kritik.

„Rein wissenschaftlich betrachtet ist das eine bedeutsame Nachricht und sie wird den Wissenschaftlern einiges an Aufsehen und vielleicht sogar wissenschaftlichen Ruhm bringen. Damit ist wahrscheinlich auch das zentrale Ziel der Handelnden umfänglich beschrieben. Die SPD-Bundestagsfraktion sieht dieses Vorgehen kritisch: Die Nachricht über das gelungene Klonen von Primaten ist eine neue Grenzüberschreitung aus China. Die Herstellung genetisch identischer Affen ist ethisch fragwürdig. Wir halten es für einen unzulässigen und sogar gefährlichen Eingriff in die Entwicklung der Menschheit, der unbegründete Hoffnungen weckt und über Leichen geht.

Darüber hinaus gibt es ein unbekanntes, aber sehr wahrscheinliches Gesundheitsrisiko für das einzelne Individuum, denn es wird „alte“ Körper-DNA verwendet. Den (bisher) geklonten Tieren fehlt die Fähigkeit, über etwaige Schmerzen zu klagen und sie leben ferner in der Regel nicht lange genug, um gesicherte Urteile über Langzeitfolgen des Eingriffs treffen zu können.

Mindestens den Schutzwall zur Anwendung beim Menschen sollten wir höher ziehen und dazu vielleicht (wie bereits Anfang letzten Jahrzehnts) einen Versuch auf internationaler Ebene starten, das reproduktive Klonen weltweit zu ächten. Jubel ist nicht angebracht – eher kritisches Nachdenken und Handeln.“