Ernst Dieter Rossmann, Sprecher der AG Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion:

Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt die Empfehlung des Wissenschaftsrats zu den Perspektiven der Universitätsmedizin. Sie ist eine wichtige Grundlage für die kommenden Entscheidungen von Bund und Ländern zur Stärkung der Universitätsmedizin.

„Die Universitätsmedizin leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Forschung und Lehre und zur innovativen Spitzenmedizin und Maximalversorgung in Deutschland. Die 33 Universitätskliniken nehmen eine Sonderrolle gegenüber den rund 1.700 Krankenhäusern in Deutschland ein. In den 37 medizinischen Fakultäten werden jedes Jahr knapp 10.000 Studierende wissenschaftsbasiert und forschungsnah zu approbierten Ärzten ausgebildet.

Finanzielle Defizite von 133 Millionen Euro im Jahr 2013 und langsame Modernisierungsprozesse in Arbeitsstrukturen drängen sich in den letzten Jahren jedoch vermehrt auf. Auch der Transfer neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in den Versorgungsalltag steht vor Herausforderungen. Deshalb begrüßt die SPD-Bundestagsfraktion die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zu den Perspektiven der Universitätsmedizin: Sie geben wertvolle Hinweise und Ideen zur Stärkung der Universitätsmedizin.

Auf besonderes Interesse sind hierbei die Vorschläge zur Personalentwicklung und Nachwuchsförderung gestoßen. Auf der Konferenz der Sprecherinnen und Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Forschung der SPD-Fraktionen in Bund und Ländern in Magdeburg wurden die Herausforderungen im Bereich der Nachwuchsförderung diskutiert. Der Aufbau von Profilbereichen in Verbindung mit der Weiterentwicklung bestehender Strukturen und Rahmenbedingungen im Personalbereich bietet große Chancen zur Stärkung der Universitätsmedizin. Dies kann mehr Raum für Spezialisierung bieten, verlässlicher Karrierewege schaffen und starke hierarchische Strukturen reduzieren.

Wir erinnern in diesem Zusammenhang an das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz und vor allem das Krankenhausstrukturgesetz, in welchen bereits wichtige Beschlüsse zur Stärkung der Universitätsmedizin gefasst wurden. Wir erwarten hier eine zügige Umsetzung des Gesetzes, auch im Interesse der Universitätsklinika.“