Als Wissenschaftsverbund ist DRESDEN-concept einzigartig. Er nutzt die Synergien in Forschung, Lehre, Infrastruktur und Verwaltung und vereint vor Ort ansässige Forschungs- und Kultureinrichtungen in einer ganzheitlichen Struktur. Die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, beschreibt, warum es gerade in einem ostdeutschen Land darauf ankommt, regionale Verbünde zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der regionalen Wirtschaft zu unterstützen. Am sächsischen Beispiel zeigt sie, wie die erfolgreiche Gestaltung von Wissenschaftsregionen gelingen kann.

Für die deutsche Wissenschaftslandschaft spielen – im Unterschied zu vielen anderen, insbesondere angelsächsischen Ländern – die außeruniversitären Forschungseinrichtungen eine wichtige Rolle. Die Summe der universitären und außeruniversitären Beiträge verleiht einer Region erst ihre internationale Sichtbarkeit. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Imboden-Kommission, beschreibt der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Martin Stratmann, wie die Fortsetzung der Exzellenzinitiative aus seiner Sicht gelingen kann und wie dabei die Kooperation von Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen gestaltet werden muss.

Für Prof. Martin Paul, Präsident der Universität Maastricht, ist die Kooperationskultur einer der Erfolgsfaktoren für die exzellente wissenschaftliche Reputation der Niederlande. Die strukturelle Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Regierung unter dem Oberbegriff „Triple Helix“, soll die Niederlande im kommenden Jahrzehnt zu einer der führenden „Knowledge Economy‘s“ machen. Am Beispiel der „Wissensachse Limburg“ beschreibt er, wie dies ganz konkret umgesetzt werden soll. Ein interessanter Blick über den Tellerrand.

Von einer echten Erfolgsgeschichte spricht Svenja Schulze – Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen – bei Rückblick auf die mehr als vierzigjährige Geschichte der Fachhochschulen. Vor allem ihre Praxisnähe und ihre anwendungsorientierte Forschung machen sie zu einem unentbehrlichen Partner. In ihrem Beitrag macht sie deutlich, dass unser Wissenschaftssystem Universitäten und Fachhochschulen gleichermaßen braucht. Sie warnt davor, Fachhochschulen zu Universitäten zu machen.

Gegründet in den 1960er Jahren, war es vorrangiges Ziel der Fachhochschulen, eine wachsende Zahl an Studierenden auf wissenschaftlicher Basis anwendungs- und praxisorientiert auszubilden. Ihr Funktions- und Aufgabenspektrum hat sich seitdem jedoch erheblich erweitert und so gehören u.a. auch anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung zu ihren Aufgaben. Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Prof. Dr. Manfred Prenzel, zeichnet diese Entwicklung nach, beschreibt den Punkt an denen Fachhochschulen heute stehen und wirft gleichzeitig auf Basis der bisherigen Empfehlungen des Wissenschaftsrates einen Blick in die Zukunft.

Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) haben den in den vergangenen 15 Jahren einen intensiven Veränderungsprozess erlebt. Aus Sicht von Prof. Dr. Micha Teuscher – Rektor der Hochschule Neubrandenburg, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz und Sprecher der Mitgliedergruppe der Fachhochschulen in der HRK – hat dabei eine an den spezifische Stärken und strategischen Chancen der HAW´s ausgerichtete Profilierung stattgefunden. In seinem Beitrag beschreibt er, warum diese für ihn über die bisher tradierte Dichotomie der Funktionszuschreibungen von Universitäten und Fachhochschulen hinausführt.

Das internationale Interesse am deutschen Modell der Fachhochschulen ist während der letzten Jahre erheblich gewachsen. Vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass wirtschaftliche Entwicklung in hohem Maße von Transferleistungen abhängt. Prof. Dr. Bernd Reissert – Präsident der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin und Vorsitzender der Hochschulallianz UAS 7, der sieben der größten deutschen Fachhochschulen angehören – beschreibt Ursachen und Gründe dafür. Er benennt Beispiele u.a. aus China, Brasilien aber auch den USA, die diese Entwicklung anschaulich beschreiben.

In einem Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wissenschaftskonferenz der SPD-Bundestagsfraktion am 08.06.2015 beschrieb SPD-Generalssekretärin Yasmin Fahimi eindrücklich das sozialdemokratische Verständnis von Wissenschaft und Forschung. Selbst Chemikerin, machte sie dabei deutlich, dass soziale wie ökonomische Entwicklungen in besonderer Weise von Fortschritt und Innovationen abhängig sind

Der Sprecher der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Ernst Dieter Rossmann MdB, beschreibt Chancen und Herausforderungen bei der anstehenden Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems. Er macht deutlich, dass die SPD ihre Forderungen aus Oppositionszeiten nun zielstrebig auch in der Großen Koalition angeht. Im Fokus stehen für ihn eine Personaloffensive für den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Fortsetzung der Exzellenzinitiative, um auch der neuen internationalen wissenschaftlichen Dynamik zu begegnen.

Die Wissenschaftspakte haben im Wissenschaftssystem viel in Bewegung gebracht. Mit dem Pakt für den wissenschaftlichen Nachwuchs korrigiert die SPD eine Fehlentwicklung der vergangenen Jahre und schiebt prekärer Beschäftigung endlich einen Riegel vor. Dies reicht jedoch noch lange nicht aus, findet Annika Klose, Bundesvorstandsmitglied der Juso-Hochschulgruppen. Es muss darum gehen, kurzfristige Verbesserungen zu schaffen, aber vor allem langfristig mutige Antworten auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Wissenschaftssystem zu finden.