Fachhochschulen verstehen sich heute immer mehr als Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Sie verknüpfen eine hochwertige praxisorientierte Lehre mit Forschungspotentialen, die wertvoll insbesondere für Partner aus der mittelständischen Wirtschaft sind. Die Präsidentin der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim Holzminden Göttingen, Prof. Dr. Christiane Dienel, zeigt in ihrem Beitrag Diskussionslinien auf, wie die zukünftige Entwicklung der Fachhochschulen verlaufen sollte.

Fortschritt im sozialdemokratischen Sinne verbindet wirtschaftliche Dynamik, soziale Gerechtigkeit und ökologische Vernunft miteinander. Ein solcher Fortschritt ist ohne wissenschaftlichen und technischen Fortschritt nicht denkbar. In diesem Bewusstsein wurde vor nunmehr 25 Jahren das Wissenschaftsforum der Sozialdemokratie gegründet. Seit dem dient es als Plattform der SPD für die Debatten um die richtigen Grundlinien in der Wissenschaftspolitik. Am 22. Januar 2015 wurde dieses Jubiläum mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft im Willy-Brandt-Haus in Berlin gefeiert.

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, war eingeladen im Herbst 2014 in einer Sitzung des Wissenschaftsforums Thesen für eine gute Politik für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu formulieren. Dabei machte er deutlich, dass die Perspektiven für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein wichtiger Indikator für unsere Innovations- und Zukunftsfähigkeit sind. Vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen beschrieb er politische Konsequenzen und schlug einen Bund-Länder-Pakt für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Nicht nur als Bundesministerin für Bildung und Forschung, sondern von 1995-2011 auch als Vorsitzende des Wissenschaftsforums prägt Edelgard Bulmahn das deutsche Wissenschaftssystem über viele Jahre. In ihrem Beitrag zeichnet sie ausführlich die Meilensteine des Wissenschaftsforums wie auch der sozialdemokratischen Wissenschaftspolitik seit 1990 nach. Sie beschreibt dabei nicht nur die kritisch-konstruktive Unterstützung der Reformpolitik der rot-grünen Regierungsjahre, sondern geht auch auf die intensive Auseinandersetzung des Forums mit der Transformation und Neukonstituierung des ostdeutschen Wissenschaftssystems ein.

Eine besondere Stärke des Wissenschaftsforums ist, dass es nicht nur bundesweit sondern auch auf regionaler Ebene organisiert ist. Jüngstes Mitglied im Kreis der regionalen Foren ist das Wissenschaftsforum Sozialdemokratie in Baden-Württemberg e.V.. Dr. Marc Dressler, im Dezember 2014 neu gewählter Vorsitzender, gibt einen Einblick in die Ziele und Formate des neuen Forums. Die virtuelle Organisationsform vermittelt einen Eindruck davon, wie sich das Wissenschaftsforum in Zukunft weiterentwickeln kann.

Vor allem die Frage, wie der akademische Weg der zahlreichen, hoffnungsvollen Nachwuchswissenschaftler nach Abschluss ihrer Qualifikationsphase weitergehen soll, muss uns derzeit besonders beschäftigen. Prof. Dr. Thomas Deufel, Wissenschaftsstaatssekretär in Thüringen, beschreibt mit Blick auf die aktuellen Empfehlungen des Wissenschaftsrates den Weg der hier in sozialdemokratischer Verantwortung in Thüringen eingeschlagen wurde.

Wenn 83% der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befristet beschäftigt sind, dann ist das ein Missstand, dem endlich ein Riegel vorgeschoben werden muss. Simone Raatz (MdB), zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion, beschreibt ihre konkreten Forderungen für eine Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. Sie macht aber auch deutlich, dass dieses Gesetz nur ein kleiner Baustein für eine Verbesserung der Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses ist.

Exzellente Wissenschaft gibt es nur mit exzellenter Arbeit. Die vorherrschende Hire-and-Fire-Politik schadet nicht nur der Kontinuität und Qualität von Forschung und Lehre. Davon ist Matthias Anbuhl, Leiter der Abteilung Bildungspolitik und Bildungsarbeit beim DGB-Bundesvorstand, überzeugt. Er beschreibt aus gewerkschaftlicher Sicht, wie es gelingen kann, das Prinzip der guten Arbeit auch in der Wissenschaft umzusetzen.

Die Mehrheit der Studierenden in Deutschland ist sich sicher: die Lehrenden an den Hochschulen legen sich für ihre Studierenden ordentlich ins Zeug. Dennoch unterstreicht Philip Kroner, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen, in seinem Beitrag, dass individueller Einsatz alleine nicht ausreicht. Nur, wenn sich die Rahmenbedingungen für den wissenschaftlichen Mittelbau verbessern, kann der gute Lehre leisten und der Weg in die Wissenschaft bleibt attraktiv für die jetzigen und zukünftigen Studierenden. Gleichzeitig wirft Philip Kroner einen interessanten Blick auf die Situation studentisch Beschäftigter.

Nach dem Studium entscheiden sich junge AkademikerInnen hunderttausendfach in der Wissenschaft zu bleiben. Statt aber zu forschen oder zu promovieren, hangeln sie sich von einem befristeten Vertrag zum nächsten. Jan Kühnemund, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und in der dortigen Mittelbauinitiative engagiert, beschreibt eindrücklich, was diese Situation für die Betroffenen bedeutet und welche Forderungen an die Politik er daraus ableitet.